Marihuana-Kulturen ohne Strom


Endesa hat dreißig illegale Stromanschlüsse gekappt

Die Elektrizitätsgesellschaft Endesa hat an einem einzigen Tag dreißig illegale elektrische Anschlüsse entfernt, die Marihuana-Anpflanzungen im Norden von Granada mit Strom versorgten. Heftige Proteste der Bürger, die in dieser Zone leben und immer wieder Stromausfälle hinnehmen mussten, die durch die „Plantagen“ verursacht wurden, haben zu der Aktion geführt. „Wir kalkulieren, dass es in diesem Gebiet etwa tausend Anpflanzungen von Marihuana mit den entsprechenden Stromanschlüssen gibt“, versicherte der Direktor von Endesa in Andalusien.

Die Techniker seiner Gesellschaft hätten die Arbeiten unter dem Schutz von mehreren Gruppen der Schutzpolizei durchführen müssen, erklärte der Sprecher an anderer Stelle. „Täglich gibt es in diesem Distrikt bis zu einem Dutzend Stromausfälle. Wegen der überhöhten Abnahme brennen die Sicherungen durch“. Die Arbeiter der Stromgesellschaft hätten in keinem Fall Häuser und Wohnungen betreten, sondern direkt an den Stromnetzen gearbeitet, wo sich die stark gestiegenen Abnahmen gezeigt hätten. „In diesen Zonen registrieren wir teilweise das Zehnfache des Verbrauchs, der normalerweise in einem Wohngebiet verzeichnet wird. Er liegt vielfach auf dem Niveau eines Industrieparks“, erklärte der Sprecher.

Bewohner dieses Gebietes hatten bereits Protestaktionen vor dem Verwaltungsgebäude von Endesa durchgeführt. „Wir leiden bereits seit dreißig Jahren unter diesem Problem“, hatte die Präsidentin des Nachbarschaftsverbandes erklärt. „Es ist ein strukturelles Problem. Hier herrschen Hunger und Arbeitslosigkeit,  die Menschen leben in Elendswohnungen und Schulversagen ist an der Tagesordnung“.

Die Staatsanwaltschaft von Andalusien hat eine koordinierte Aktion mit der Polizei angekündigt, um den exzessiven Stromverbrauch durch illegale Drogenplantagen und die dadurch verursachten Stromausfälle zu untersuchen. 




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