Mariano Rajoy bittet seine Wähler um Geduld


Er denkt nach dem Wahldesaster nicht daran, die Regierung umzubilden

Der spanische Präsident scheint angesichts des schlechtesten Wahlergebnisses in der Geschichte seiner Partei keineswegs beunruhigt zu sein. Trotz des Verlustes von 2,5 Millionen Wählern und acht Sitzen im Europaparlament hat er sich entschieden, eine beruhigende Nachricht an die Bürger zu senden.

Madrid – Schon am Tag nach den Wahlen hatte er sich in diesem Sinne an seine Parteispitze gewandt und beim Treffen der Europäischen Volksparteien in Brüssel eine ähnliche Erklärung abgegeben. Dort hatte er sich in aller Form hinter Jean-Claude Juncker als Kandidaten für den Präsidentschaftsposten der Europäischen Kommission gestellt. Bei dieser Gelegenheit versicherte Rajoy, dass er nicht daran denke, als Reaktion auf das Wahlergebnis Änderungen in seinem Kabinett durchzuführen. „Es gibt keinen Grund, meine Regierung umzubilden, denn ich glaube, dass sie sehr gut gearbeitet hat, und sie hat es sehr intensiv in einer schwierigen Situation getan.“ Er wies darauf hin, dass der bessere Teil der Legislaturperiode noch bevorstehe, und die Bürger würden dann erkennen, dass die Opfer, welche die Regierung verlangen musste, Sinn gemacht hätten.

Er habe Verständnis dafür, dass die Wähler die Regierung abstrafen wollten und führt das auf die harten Sparmaßnahmen zurück, welche erforderlich waren. Er bat die Bürger um Geduld und versprach erneut, ihnen die Unterstützung zurückzugeben, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt hat. „Unsere ganze Strategie geht in diese Richtung“, sagte er wörtlich. „Partido Popular hat die Wahlen in Spanien gewonnen und allen, die uns vertraut haben, denen möchte ich danken. Es waren schwierige Zeiten, wir mussten komplizierte Entscheidungen treffen, die vielen nicht gefallen haben, auch den Leuten von unserer Partei nicht. Und alle diese Anstrengungen werden Resultate haben. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich bereits, Mai wird ein guter Monat werden und Juni ebenfalls. Ich hoffe, dass die Menschen verstehen werden, dass wir die Maßnahmen nicht aufgrund einer Laune getroffen haben und auch nicht aus ideologischen Motiven. Ab jetzt werden wir den besseren Teil der Legislatur erleben.“




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