Maler Antonio López stellt sein Bild der königlichen Familie vor


© EFE

Zwanzig Jahre nachdem es in Auftrag gegeben wurde

Spaniens bekanntester Portrait-Maler Antonio López, geboren 1936 in Tomeloso/La Mancha, hat endlich das Bild der königlichen Familie fertiggestellt, das ihm vor sage und schreibe zwei Jahrzehnten in Auftrag gegeben wurde.

Madrid – Das hat kürzlich der Direktor der „Königlichen Kollektionen“, José Luis Díez, mitgeteilt. Und wie es in dieser unendlichen Geschichte nicht anders sein konnte, hat nicht die Zeit sondern die Geschichte dem Künstler aus La Mancha einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als sich das Portrait bereits im Palacio Real, dem königlichen Palast, befand, um dort die letzten Pinselstriche zu erhalten, dankte der Protagonist, die Hauptperson des Werkes ab. So musste also das langerwartete Werk umgetauft werden. Und so lautet der Titel anstatt „La Familia Real“ jetzt „La Familia de Juan Carlos I.“ – die Familie von Juan Carlos I.

Mit neuem Namen oder nicht, dieses Werk soll das Glanzstück der Ausstellung „El Retrato en las Colecciones Reales“ sein. Wenige Bilder haben in der Kunstgeschichte so viele Erwartungen wie „ El Retrato de la Familia de Juan Carlos I.“, geweckt,  das am 3. Dezember im Palacio Real vorgestellt wurde und seit dem 4. Dezember vom Publikum zusammen mit 113 Werken im Rahmen der Ausstellung „El Retrato en las Colecciones Reales de Juan de Flandes a Antonio López (Die Portraits in den königlichen Sammlungen – von Johannes von Flandern bis Antonio López) zu sehen ist. 

Zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit der Künstler den Auftrag von Patrimonio Nacional, der Behörde, welche die Besitztümer des Staates verwaltet, akzeptiert hat. Eine sehr lange Zeit für das, was man im Allgemeinen gewohnt ist, aber nicht so viel für den Arbeitsrhythmus des Malers, der gewöhnlich an mehreren Bildern gleichzeitig arbeitet. Außerdem hatte er sich in diesem Fall mit einem Portrait in der enormen Größe von 3,00 x 3,39 Meter besonders viel vorgenommen. Doch nun ist das Bild signiert und wartet auf das Urteil des Publikums.

In der Cafetería des Prado-Museums berichtete der Künstler den Medien über seine Arbeit. „Das Einzige, was man mir vorgegeben hatte, es sollte das Portrait einer spanischen Familie sein. Ich habe mich bemüht, ihm Würde, Haltung sowie Harmonie und Schönheit zu verleihen“, erklärte er seinen Zuhörern.

Das Bild zeigt den König Juan Carlos in der Mitte der Gruppe. Rechts von ihm steht die Infantin Elena an seiner linken Seite Königin Sofía. Etwas entfernt auf einer Seite der heutige König Felipe und an der anderen mit einigem Abstand die Infantin Cristina. Sie alle schauen den Betrachter an.

„Ist es ein Zufall, dass die Prinzessin Cristina etwas entfernt von der Gruppe steht“, lautete die neugierige Frage eines der Zuhörer. Sie sei verreist gewesen, als der Fotograf Chema Conesa die Fotos machte, erläuterte der Künstler. Ihr Foto sei zehn Tage später gemacht worden. Auf jeden Fall habe er jede einzelne Person der Familie separat gemalt. Er habe individuelle Portraits von ihnen angefertigt, denn jeder von ihnen sei eine einzigartige Person.

Antonio López versicherte, dass kein Mitglied der königlichen Familien seine Arbeit jemals verfolgt oder gar Druck auf ihn ausgeübt habe. „Erst bei der offiziellen Präsentation vor einigen Tagen haben sie das Resultat zum ersten Mal gesehen“.




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