Makro-Bauprojekt bei Ávila gestoppt


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Gericht verbot Abholzung eines Kiefernwaldes, der Lebensraum geschützter Vogelarten ist

Dass man in Spanien selbst als Bürgermeister oder Regionalregierung nicht mehr einfach machen kann, was man will, haben Mitte Oktober der konservative Stadtvater von Las Navas del Marqués und die ebenfalls konservative Junta von Castilla y León zu spüren bekommen. Trotz eines gerichtlichen Verbots wollten sie nämlich weiter einen immensen Kiefernwald bei Las Navas abholzen lassen, um dort mehrere Golfplätze sowie eine Urbanisation mit 1.600 Wohneinheiten zu genehmigen.

Ávila – Der Oberste Gerichtshof hat dieses Makroprojekt jedoch verboten, da der Kiefernwald Brutstätte der Schwarzstörche sowie verschiedener anderer geschützter Vogelarten ist.

Als die Baufirma ungeachtet der gerichtlichen Entscheidung mehrere Tage lang die Abholzung fortsetzte, wurde der Fall auf nationaler Ebene bekannt und sorgte für großen Unwillen. Die Empörung in der Bevölkerung stieg im selben Maße wie immer neue Details über die Spekulation bekannt wurden. Nicht nur hatten die Regionalregierung und der Stadtrat von Las Navas mehrere Gutachten ignoriert, in denen darauf hingewiesen wurde, dass das Gebiet Lebensraum geschützter Vogelarten ist und von daher auf keinen Fall abgeholzt werden darf. Castilla y León hatte bereits vor der gesetzlich vorgesehenen Einholung der Umweltgutachten das Gebiet in Bauland umgewandelt.

Bislang lockt das große Geld wohl jedoch noch zu sehr, denn die Regierung von Castilla y León will Einspruch gegen das Gerichtsurteil einlegen.




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