Luxemburger kauft Baleareninsel


S’Espalmador liegt vor der Nordspitze Formenteras und südlich von Ibiza. Foto: Wikipedia

Eine aus dem Fürstentum stammende Familie bezahlte 18 Millionen Euro für das zu Formentera gehörende Eiland

Palma de Mallorca – S’Espalmador heißt ein 137 Hektar großes, zwischen Formentera und Ibiza gelegenes Eiland, das zum Naturschutzgebiet Parque Natural de Ses Salines gehört und nur mit dem Schiff zu erreichen ist. Freizeitboote gehen hier gern vor Anker und Touristen setzen über, um den Strand oder, verbotenerweise, Schlammbäder in einer schwefelhaltigen Lagune im Inneren der Insel zu genießen.

S’Espalmador ist eine der wenigen spanischen Inseln, die sich noch im Privatbesitz befinden. Im März nun wurde sie für 18 Millionen Euro an eine Luxemburger Familie verkauft, nachdem sie mehrere Monate zum Verkauf gestanden hatte. Zunächst hatte die Inselregierung von Formentera sich darum bemüht, S’Espalmador zu erwerben, doch verfügte sie nicht über ausreichende Mittel. Die Eigentümer, die Geschwister Norman und Rosy Cinnamond, hatten ihr die Insel für 18 Millionen Euro in einer Summe oder 20 Millionen Euro in Teilzahlungen angeboten. Auch die balearische Regionalregierung sah sich nicht in der Lage, den Kauf zu finanzieren, und wandte sich um Unterstützung an die Zentralregierung, welche die Anfrage jedoch nicht beantwortete.

Der Luxemburger Käufer, dessen Identität nicht öffentlich bekannt ist, erwarb S’Espalmador nun für die geforderte Summe, obwohl dort dank strenger Umweltschutzauflagen keine größere Bautätigkeit entfaltet werden darf. Der Bevollmächtigte, der den Kauf im Namen der neuen Eigentümer durchgeführt hat, erklärte, dass sich der Käufer der Naturschutzbestimmungen sehr wohl bewusst sei und die Insel zur privaten Nutzung erworben habe.

S’Espalmador war im Jahr 1927 durch den damaligen Eigentümer Carlos Tur für 42.500 Peseten an den in Barcelona ansässigen britischen Geschäftsmann Bernard Cinnamond verkauft worden. Auf der drei Kilometer langen und 800 Meter breiten Insel gibt es zwei kleinere Häuser und verschiedene archäologische Fundstätten. Auf dem nördlichen Teil der Insel stand einst eine römische Villa, auch Fundstücke aus punischer Zeit und aus dem 3. bis 1. Jahrhundert vor Christus wurden entdeckt.




Wochenblatt

Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: