„Löwenlos“ in der Alhambra


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Der berühmte Brunnen der Alhambra wird restauriert

Die Alhambra in Granada ist nicht nur eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und gilt als schönstes Beispiel des Maurischen Stils der Islamischen Kunst. Die weltbekannte Stadtburg in Andalusien wurde jüngst auch als eines der so genannten neuen Sieben Weltwunder vorgeschlagen.

Granada – Auf Initiative des Schweizer Filmemachers Bernhard Weber wird per Internetabstimmung ermittelt, welche herausragenden Bauwerke der Neuzeit es verdient haben als Weltwunder in die Geschichte einzugehen. Dabei tritt die Alhambra gegen 20 Mitbewerber aus aller Welt an, die den Titel sicherlich ebenso zu Recht verdienen. Über 200 Bauwerke und Monumente waren in der Vorauswahl; 21 Finalisten sind übrig geblieben. Die Akropolis in Griechenland, die Pyramiden von Gizeh in Ägypten (einziges noch erhaltenes Weltwunder der Antike), der Eiffelturm in Paris, die Freiheitsstatue in New York, der Tadsch Mahal in Indien, das Kolosseum in Rom und Schloss Neuschwanstein zählen zu den Anwärtern. Am 7. Juli dieses Jahres (7.7.2007) sollen in Lissabon das Ergebnis der Abstimmung und die sich daraus ergebenden „Sieben Weltwunder der Neuzeit“ bekannt gegeben werden.

Unterdessen wird in der Alhambra, die auf der Internetseite www.new7wonders.com für ihre Kandidatur wirbt: „Wählen Sie die Alhambra – Symbol heute für Würde und Dialog!“ fleißig renoviert. Dem berühmten Löwenhof wird für 550.000 Euro eine Schönheitskur verpasst. Vor wenigen Tagen wurde im Zuge dieser Restaurierung der erste Löwe – Nummer fünf – mit größter Vorsicht aus seinem Marmorsockel gehoben, sorgfältig verpackt und abtransportiert. Auf diese Weise sollen nacheinander alle zwölf Löwen zeitweise von ihrem Platz verschwinden, um in einer Werkstatt restauriert zu werden. Etwa zwei Jahre lang werden die Besucher also den vermutlich berühmtesten Innenhof der Alhambra nicht in seiner Vollkommenheit bewundern können. Die Löwen, kündigte die Projektleiterin Carmen Tienza an, werden nicht durch Nachbildungen ersetzt werden, denn die Brunnenschale soll ebenfalls restauriert werden. Zwar wird der Innenhof nicht für das Publikum gesperrt, eine durchsichtige Absperrung soll allerdings während dieser Zeit um den Brunnen gezogen werden. Auf diese Weise können Besucher am Renovierungsprozess teilhaben.

Wie eine OP

Carmen Tienza beschreibt den Renovierungsprozess der wertvollen Raubtiere aus weißem Macael-Marmor fast wie einen chirurgischen Eingriff. Für jedes einzelne Tier wird eine Diagnose gestellt, dabei ist schon jetzt ersichtlich, dass die Löwenstatuen, die aufgrund ihrer Position starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, besonders gelitten haben. Auch der Fluss des Wassers hat seine Spuren in Form von feinen Rissen hinterlassen.




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