Längste Arbeitszeiten, schlechte Produktivität


Spanien im Europa-Vergleich

Spanien belegt EU-weit den fünftschlechtesten Platz im Ranking der uneffektivsten Produktivität pro Angestellten, noch schlechter schnitten nur Griechenland, Deutschland, Portugal und Holland ab. Und das, obwohl die Spanier gleichzeitig im Europa-Vergleich die längsten Arbeitszeiten aufweisen.

Madrid – Zu diesem Ergebnis ist jetzt eine Studie gekommen, die ein eigens benannter Ausschuss im Auftrag der spanischen Regierung durchführte. In dem „Weißen Buch der Arbeitssituation in Spanien“ wird nun dringend angeraten, die Arbeitszeiten zu „rationalisieren“ um eine bessere Produktivität zu erreichen.

„Anwesenheit am Arbeitsplatz darf nicht mit tatsächlicher Arbeitsleistung verwechselt werden“, erklärte der Ausschussvorsitzende Ignacio Buqueras y Bach in diesem Zusammenhang. Tatsächlich beendet ein Großteil der Spanier seinen Arbeitstag um 20 Uhr, während in Europa inzwischen 18 ja sogar 17 Uhr der Durchschnitt ist. Die dafür ungewöhnlich lange Mittagspause in Spanien dürfe hierbei nicht als Ausgleich angesehen werden, da sie eher zur uneffektiven Leistung der Arbeitnehmer beitrage.

Um bessere Ergebnisse zu erzielen, sei es beispielsweise vorzuziehen, klare Leistungsziele anzugeben, die erreicht werden, aber nicht an feste Arbeitszeiten gebunden sein müssen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Um mit gutem Beispiel voranzugehen hat Arbeitsminister Jordi Sevilla die Arbeitszeiten in seinem Ministerium zum 1. Januar 2006 geändert. Demnach endet für die dort Angestellten der Arbeitstag nun statt um 19 um 18 Uhr. Gleichzeitig wurde ihnen außerdem eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten zugesprochen.




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