„Lächle, auch wenn Du keine Lust hast“


Die Veröffentlichung von privaten Briefen König Juan Carlos an seinen Sohn sorgte für Wirbel

Das spanische Königshaus ist äußerst „überrascht“ über die Veröffentlichung von privaten Briefen, die König Juan Carlos seinem Sohn zwischen September 1984 und Juni 1985 schickte.

Madrid – Kronprinz Felipe besuchte zu dieser Zeit die Lakefield College School in Kanada. Die Briefe sind Teil des Buches „El Príncipe y el rey“ („Der Prinz und der König“) von dem Journalisten José Gracía Abad, das Ende März in die Geschäfte kam.

Der Sprecher der Casa Real erklärte in diesem Zusammenhang, die Briefe seien „authentisch“, wurden allerdings ohne Genehmigung des Verfassers oder Adressaten veröffentlicht. „Das einzige, was wir hierzu sagen können, ist, dass die Briefe von niemandem weitergeleitet wurden, der zum Königshaus gehört.“

König Juan Carlos, der die Briefe bis auf die Anrede und die abschließenden Grußworte mit einer Schreibmaschine verfasste, gibt seinem Sohn dabei einen Intensivkurs im „König-Sein“.

„Du musst Dich tapfer geben, auch wenn Du müde bist; freundlich, auch wenn Du keine Lust hast; aufmerksam, auch wenn es Dich nicht interessiert; entgegenkommend, auch wenn es Dich anstrengt; Du musst Dich gänzlich Deiner Aufgabe widmen, auch wenn das für Dich Opfer und Einschränkungen bedeutet“, schreibt der Monarch unter anderem. „Denk daran, dass Dich alle besonders beurteilen werden und Du Dich deswegen natürlich, aber nicht vulgär zeigen musst, kultiviert und informiert über die herrschenden Probleme, aber nicht pedantisch und angeberisch“, setzt er hinzu.




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