Kurzarbeit: Die Zeit drängt

Arbeitsministerin Yolanda Díaz befürwortet die Verlängerung der Kurzarbeitsregelung. Foto: EFE

Arbeitsministerin Yolanda Díaz befürwortet die Verlängerung der Kurzarbeitsregelung. Foto: EFE

Unternehmer und Gewerkschaften fordern die Verlängerung der ERTEs und eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes

Kanarische Inseln/Madrid – Denjenigen Arbeitnehmern, die sich seit März ununterbrochen in Kurzarbeit (ERTE) befinden, droht ab September die Kürzung ihrer Bezüge. Hiervon könnten Tausende Arbeitnehmer in Spanien betroffen sein, genaue Zahlen gibt es darüber nicht. Insbesondere die Mitarbeiter des Hotel- und Beherbergungsgewerbes sowie anderer Firmen, die im Tourismussektor tätig sind und seit Beginn der Gesundheitskrise nicht mehr öffnen konnten, wird es treffen. Dies wird geschehen, wenn nicht zügig eine Klausel der Arbeitsmarktreform der Regierung Rajoy wieder zurückgenommen wird, die besagt, dass nach sechs Monaten in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit die Bezüge von 70% der Bemessungsgrundlage des Gehalts auf 50% reduziert werden. Vor der Arbeitsmarktreform von 2012 waren es immerhin noch 60%.
Dies würde für Arbeitnehmer, die im März in Kurzarbeit gegangen sind, eine Reduzierung ab dem Septembergehalt bedeuten, das Anfang Oktober ausgezahlt wird. Nun drängt die Zeit, und deshalb hat sich der Druck von Gewerkschaften und Unternehmerverbänden auf die Regierung verstärkt.
Nach den jüngsten Daten der spanischen Sozialversicherung befanden sich im August insgesamt 843.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit, 88.826 davon auf den Kanaren.
Die Gehaltseinbußen können noch abgewendet werden, denn am 4. September beginnen in Palma de Mallorca Verhandlungen der Regierung, der Unternehmerverbände und der Gewerkschaften über die Verlängerung der Kurzarbeitsregelung. Dabei soll auf Betreiben der Gewerkschaften auch die Rücknahme der betreffenden Arbeitsrechtsreformklausel angegangen werden. Das Arbeitsministerium bewertet diesen Vorstoß positiv und auch die Arbeitgeber haben keine Einwände.

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