Kurswechsel bei Ryanair


© Ryanair

Weniger Regionalflughäfen und mehr Imagepflege

Dieser Tage kommentierte Marketing-Direktor Kenny Jacobs den im vergangenen Jahr begonnenen Strategiewechsel von Ryanair mit den Worten, es handele sich um eine „natürliche Entwicklung“.

Nun setzt die Billig-Fluggesellschaft weniger auf regionale Flughäfen und vermehrt auf Großstadt- und Hauptstadtflughäfen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre die Hälfte der insgesamt angeflogenen Ziele ausmachen sollen. Die Großstädte würden mehr Geschäftsreisende verzeichnen, also gerade jenes Klientel, auf das Ryanair seit Neuestem abziele, erklärte Jacobs. Weiterhin seien die Großstädte häufig Ziel von Wochenendurlaubern, selbst während der Wintermonate. 

Seitens Ryanair wurde eine Abwanderung von den kleineren Flughäfen zwar vehement abgestritten, doch die Zahlen sprechen für sich: So sollen beispielsweise künftig 200.000 Passagiere weniger nach Girona und 100.000 Passagiere weniger nach Reus geflogen werden, während für Barcelona-El Prat eine Million mehr Passagiere geplant sind. 

Nach Madrid sollen zehn neue Verbindungen und nach Barcelona eine neue Route in den Flugplan aufgenommen und bestimmte Verbindungen nach Barcelona ausgebaut werden. 

Dass die Kürzung von Subventionen für Flüge zu Regionalflughäfen auch zu dem Strategiewechsel beigetragen haben könnte, wurde ebenfalls verneint. 

Doch auch im Bereich Image und Service scheint die Airline, die durch teils umstrittene Aktionen des Vorsitzenden Michael O’Leary Schlagzeilen gemacht hat, einen Wandel zu verfolgen. „In der Vergangenheit waren wir manchmal ein wenig aggressiv,“ gestand Jacobs ein. Freuen werden sich die Kunden vor allem jedoch darüber, dass Ryanair nun auch das gleichzeitige Mitführen eines zulässigen Handgepäckstückes sowie einer Tasche erlaubt. 




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