Kronprinz von Saudi-Arabien besuchte Spanien


Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman, Verteidigungsministerin María Dolores de Cospedal und Präsident Mariano Rajoy nach der Unterzeichnung diverser Abkommen Foto: EFE

Die Navantia-Werft wurde mit dem Bau von fünf Korvetten für zwei Milliarden Euro beauftragt

Madrid – Mitte April besuchte Mohammed bin Salman, Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretender Premierminister Saudi-Arabiens, zum ersten Mal Spanien und unterzeichnete mehrere Verträge und Abkommen, darunter eine Bestellung von fünf Korvetten für zwei Milliarden Euro.

Als letztes Ziel seiner Rundreise, die ihn nach Großbritannien, USA und Frankreich führte, machte der saudi-arabische Kronprinz in Spanien Station. Am 12. April landete er auf dem Militärflughafen von Torrejón de Ardoz bei Madrid, wo ihn Verteidigungsministerin María Dolores de Cospedal empfing. Zwar ist Mohammed bin Salman kein Staatsoberhaupt, trotzdem wurde der Kronprinz als Zeichen der Wertschätzung im El Pardo-Palast untergebracht. Seine 700 Personen starke Gefolgschaft füllte ein Luxushotel der Hauptstadt.

Im Rahmen seines Besuches traf sich der Kronprinz unter anderem mit Präsident Mariano Rajoy. Mit Verteidigungsministerin María Dolores de Cospedal unterzeichnete Mohammed bin Salman ein Abkommen über den Kauf von fünf Korvetten, die von der staatlichen Navantia-Werft gebaut werden sollen. Im Rahmen dieses Abkommens, das mehr einer Absichtserklärung als einer rechtlich bindenden Vereinbarung gleichkommt, müssen drei Verträge geschlossen werden, wovon der erste jedoch bereits unterzeichnet wurde. Dort wurde verbindlich die Gründung eines Unternehmens von Navantia und SAMI, dem mit der Militärindustrie beauftragten Unternehmen Saudi-Arabiens, vereinbart, um gemeinsame Marineprogramme durchzuführen. In dem zweiten Vertrag ist vorgesehen, dass die spanische Armada 700 saudi-arabische Marine-Soldaten ausbildet, welche die Besatzung der neuen Korvetten stellen werden. Und dann steht noch der definitive Vertrag über den Bau und den Kauf der fünf Korvetten in der staatlichen Navantia-Werft für zwei Milliarden Euro aus.

Trotz des Arguments, der Auftrag werde 2.000 Stellen in den Werften in Ferrol und San Fernando schaffen, protestierten vier nichtstaatliche Organisationen – Amnesty International, FundiPau, Greenpeace und Oxfam Intermón – gegen die Zusammenarbeit Spaniens mit Saudi-Arabien, das 2015 in den Bürgerkrieg in Jemen eingriff und für den Tod von 6.000 Zivilisten verantwortlich gemacht wird.

Im Moncloa-Palast unterzeichnete die saudi-arabische Delegation des Weiteren ein Abkommen zum Ausbau des Flugverkehrs zwischen Spanien und Saudi-Arabien, ein Programm über die kulturelle Zusammenarbeit und zwei Absichtserklärungen über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und auf dem Arbeitsmarkt.




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