„Krise macht Immobilien-Korruption den Garaus“


Miguel Ángel Torres gelang­te als leitender Ermittlungsrichter in Spaniens bislang spektakulärstem Korruptionsskandal unfreiwillig zu landesweitem Ruhm. Bei dem sogenannten „Caso Malaya“ geht es um Millionen von Euro, die im Laufe der letzten Jahrzehnte aus städtischen Kassen Marbellas in private Geldbeutel wanderten.

Zusammen mit dem Hauptangeklagten, Ex-Bürgermeister Julián Muñóz, war fast der gesamte Gemeinderat in den Korruptionsfall verwickelt, sodass dessen Auflösung erforderlich war. Torres hat nun einen unerwarteten positiven Nebeneffekt der Wirtschaftskrise ausfindig gemacht. Die Krise mache den korrupten Machenschaften, insbesondere im Bereich Immobilien, langsam aber sicher den Garaus, erklärte der Richter Mitte April. Allerdings könne nicht nur die Costa del Sol als „schwarzes Schaf“ der Immobilien-Korruption angesehen werden. Spanienweit gebe es ähnliche Fälle und das werde auch so weitergehen, wenn man den Bürgermeistern weiterhin soviel Macht im Bereich Immobilien zugesteht. „Die Behörden haben nicht nur erlaubt, sondern sogar gefördert, dass viele machen, was sie wollen“. Wenn nicht schon früher ermittelt wurde, dann nur, weil niemand Interesse an Aufdeckung hatte.




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