Koks-Bananen führten Ermittler zu Waffenarsenal


Im Rahmen der Ermittlungen entdeckten die Beamten diverse Schusswaffen, Granaten und Munition, die in einem Kofferraum versteckt waren. Foto: EFE, von der Nationalpolizei und der Guardia Civil zur Verfügung gestellt

Groß angelegte Ermittlungen gegen eine gefährliche Drogenorganisation mit Sitz an der Costa del Sol

Málaga – Der Nationalpolizei und der Guardia Civil ist ein bedeutender Schlag gegen den internationalen Drogenhandel gelungen. Die umfangreiche Ermittlungsarbeit der Behörden ergab, dass eine kriminelle Bande sowohl große Mengen Kokain nach Spanien einschleuste als auch anderen kriminellen Organisationen Zugang zur Einfuhr anderer Drogen über die spanischen Häfen ermöglichte. Von Spanien aus wurden die Drogen auch auf Europa verteilt.

Die Ermittler kamen der Organisation auf die Spur, als der bekannte Drogenbaron José Ramón Prado Bugallo alias Sito Miñanco sich Anfang 2017 mit den holländischen Drogenhändlern Sanders und Gommans in einem Restaurant in Málaga traf. Prado Bugallo wurde wenige Monate später festgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen schlugen die Beamten Ende Oktober in einem Industriegebiet nahe Málaga zu und beschlagnahmten fünf Tonnen Kokain, die in 500 Kisten unter Bananen versteckt aus Südamerika eingeschmuggelt worden waren. 16 Personen wurden verhaftet (das Wochenblatt berichtete).

Die Ermittlungen rund um den Drogenring, mit Ursprung Niederlande und Sitz an der Costa del Sol, brachte die Ermittler auf die Spur des Waffenarsenals der Bande, das Anfang Juli im Kofferraum eines Autos entdeckt wurde. Das Auto stand in der Garage, die von einem Mitglied der Bande angemietet worden war. Die Polizisten beschlagnahmten ein Sturmgewehr AK-47, fünf Skorpion-Maschinenpistolen, zwei halb­automatische Pistolen, einen Revolver, vier Handgranaten, drei Schalldämpfer und massenweise Munition, wie die Sicherheitskräfte per öffentlicher Mitteilung bekannt gaben. Dort wurde die aufgeflogene Bande als eine der mächtigsten, gewalttätigsten und gefährlichsten kriminellen Organisationen der Niederlande bezeichnet. Einige ihrer Mitglieder, die nun inhaftiert seien, hätten zu den Hauptzielen der holländischen Sicherheitskräfte gehört, heißt es weiter.

Insgesamt wurden 20 Bandenmitglieder festgenommen, die letzten vier in Holland, Costa Rica bzw. Österreich.

Die Beamten stellten zudem mehr als 1,5 Millionen Euro in bar, 18 Luxusuhren mit einem Einzelwert von bis zu 250.000 Euro, Immobilien und Bitcoins mit einem Gesamtwert von mehreren Millionen Euro und 35 Fahrzeuge sicher. Bei den meisten handelte es sich um Luxusautos. Nach Information der Behörden seien in vielen Fahrzeugen Hohlräume zum Transport von Drogen, Geld und Luxusartikeln quer durch Europa entdeckt worden.

Die Ermittlungen wurden von José de la Mata, Richter am Nationalen Strafgerichtshof, geleitet und von den Behörden in Holland, Portugal, Deutschland, Rumänien, Costa Rica und den USA unterstützt.

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