König Felipe präsidierte seine erste Militärparade


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Am 12. Oktober, dem spanischen Nationalfeiertag

Bei der diesjährigen Militärparade, die alljährlich am spanischen Nationalfeiertag in Madrid stattfindet, gab es in diesem Jahr eine Reihe von Neuerungen. Auf der Ehrentribüne stand zum ersten Mal König Felipe VI.

Madrid – Noch im vergangenen Jahr hatte er als Kronprinz in Vertretung seines Vaters, König Juan Carlos, dort gestanden, der sich kurz zuvor einer Operation unterziehen musste. Dieses Mal nahm er in der Uniform eines Kapitän-Generals der Spanischen Luftwaffe, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, das Defilee der Truppen ab.

Neben König Felipe der Rest der Familie: Königin Letizia in einem olivgrünen Kleid und seine beiden Töchter, die Prinzessin Leonor von Asturien, und die Infantin Sofia, die zum ersten Mal an einer derartigen Veranstaltung teilnahmen. Während ihr Vater ihnen Einzelheiten der Militärparade erklärte, erhielten sie von ihrer Mutter Verhaltensmaßregeln.

Ein neues Gesicht auf der Tribüne der Ehrengäste war der Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Pedro Sánchez, der noch vor wenigen Tagen für Polemik gesorgt hatte, als er für die Abschaffung des Verteidigungsministeriums plädierte. Sánchez saß neben dem Sprecher der PP-Fraktion, Alfonso Alonso. Unter der Führung von Präsident Mariano Rajoy war die gesamte Regierungsriege angetreten mit Ausnahme des Wirtschaftsministers Luis de Guindos, der sich in Washington befand. Auch die Präsidenten der Autonomen Regierungen waren fast ausnahmslos vertreten.

Das Aufgebot der Teilnehmer an der Militärparade war bedeutend größer als im vergangenen Jahr. Rund 3.000 Soldaten der verschiedenen Waffengattungen – 400 mehr als im Vorjahr – und es gab eine Flugzeugschau, die aus Sparsamkeitsgründen in den letzten beiden Jahren ausgefallen war. Am Himmel der Hauptstadt zeigten sich 37 Flugzeuge und Helikopter, und auch die Kunstfluggruppe „Aguila“ bewies ihr Können und zeichnete die spanischen Nationalfarben an den Himmel. Auch Flugzeuge aus Italien, der Schweiz und Holland nahmen an der Flugshow teil.

Eine weitere Besonderheit war die Flagge Marokkos, die bei dem Defilee vorbeigetragen wurde. Nach einer Meldung des Verteidigungsministeriums hat diese Veranstaltung zum spanischen Nationalfeiertag 820.000 Euro gekostet. Im vergangenen Jahr waren es mit 750.000 Euro erheblich weniger.

Nach der Militärparade hatte das Königspaar 1.500 Gäste zu einem Empfang in den Königspalast gebeten, die alle mit Handschlag begrüßt wurden. Erstmalig waren auch Personen aus der Welt der Kultur, des Sports sowie der Hilfsorganisationen geladen. Auch Vertreter des Verbandes der Gays, Lesben und Transsexuellen waren unter den Gästen.

Vize-Präsidentin Soraya Sáenz de Santamaría und Gesundheitsministerin Ana Mato hatten sich entschuldigen lassen, weil sie an einer Sitzung der Kommission teilnahmen, die über die Ebola-Erkrankungen und die notwendigen Maßnahmen in Spanien berät.




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