Klage gegen Prinzessin Cristina wackelt


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Der Skandal um Manos Limpias könnte eine Wendung in das Strafverfahren gegen die Infantin und ihren Ehemann bringen

Der Skandal um die Beamtengewerkschaft Manos Limpias, die ihren Status als öffentliche Institution vor allem genutzt hat, um als sogenannte Popularklägerin in Dutzenden von Korruptionsverfahren aufzutreten (das Wochenblatt berichtete), könnte dazu führen, dass die Anklage gegen die Infantin Cristina nicht weitergeführt wird.

Die Gewerkschaft mit dem selbstgerechten Namen „Saubere Hände“ ist im Fall „Noos“ die einzige Prozessbeteiligte, welche auf einer Anklage gegen die Schwester König Felipes besteht. 

Da nun Miguel Bernad, Präsident von Manos Limpias, ebenso wie der Chef des Bankkundenschutzvereins Ausbanc, Luis Pineda, inhaftiert sind, weil sie gemeinsam Banken, Finanzdienstleister und zuletzt die Anwälte von Prinzessin Cristina erpresst haben sollen, indem sie anboten, laufende Klagen gegen Bezahlung wieder zurückzuziehen, steht die Klage gegen die Infantin auf tönernen Füßen. 

Bernad selbst soll aus dem Gefängnis heraus schon angekündigt haben, er wolle alle Klagen zurückziehen und Manos Limpias auflösen. Jedoch hat er allein nicht die Befugnis dazu, und es bleibt abzuwarten, was die Generalversammlung der Organisation entscheidet. Die Anwältin der Organisation, Virginia López Negrete, jedenfalls ist entschlossen, die Klage fortzuführen. 

Staatsanwalt Pedro Horrach, der von Anfang an dagegen war, Prinzessin Cristina anzuklagen, arbeitet dem entgegen. Er wird nun die Unterlagen der Verfahren gegen Manos Limpias und Ausbanc bei den zuständigen Gerichten anfordern und versuchen, vor dem Balearischen Gerichtshof nachzuweisen, dass Manos Limpias Prozessbetrug begeht und von dem Verfahren auszuschließen ist. Mit dem Ausschluss ihrer einzigen Anklägerin würde auch die Infantin automatisch die Anklagebank verlassen können.




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