Kirche soll mit Taten helfen


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Das Fórum Joan Alsina, ein Verband von fast hundert Kaplänen der Diözese Girona (Katalonien), hat sich in einem Dokument mit dem Titel „Wir können nicht schweigen: die Ungerechtigkeit und die Armut nehmen zu“ an die Spitze der Kirche gewandt.

Girona – Nach Meinung der Geistlichen sollten das Vermögen, die Güter und gerade die beim Gottesdienst verwendeten „prunkvollen“ Kultgegenstände der Kirche verwendet werden, um die Armut vieler Familien zu mildern.

In dem Bericht beschreibt die Gemeinschaft eine Krise, die zu Arbeitslosigkeit, Zwangsräumungen, Armut und langen Schlangen vor den Ausgabestellen von Caritas geführt habe. Viele Personen müssten schon in Müllcontainern nach Nahrungsmitteln suchen und in Pappkartons auf der Straße schlafen. Die Kapläne prangerten das „perverse und diebische System“ der Märkte und der Wirtschaftsspekulation an, gegen das die Regierungen nicht vorgingen, obwohl dieses vollkommen ungerecht, tyrannisch, blind und unmoralisch sei. In dieser Hinsicht forderte das Fórum die öffentliche Verwaltung zum Handeln auf, um mehr Transparenz in allen Bereichen zu schaffen.

An die Kirchenspitze gerichtet kritisierten die Kapläne: „Momentan, in dieser schweren Lage, vernehmen wir nicht  die anklagende Stimme der Kirche so eindringlich wie bei anderen Themen.“ Wenn so viele Personen kein Heim und kein Geld hätten, dann sollte die Kirche auf Prunk verzichten und Mittel und Gebäude zur Verfügung stellen, so forderten es die Geistlichen.




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