Kirche demonstriert für die „christliche“ Familie


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Bei der Kundgebung wurde die Politik der sozialistischen Regierung scharf kritisiert

Hunderttausende Menschen – 160.000 nach Schätzung der spanischen Tageszeitung El País und zwei Millionen nach Angaben der Organisatoren – sind am 30. Dezember in Ma-drid dem Aufruf katholischer Laienorganisationen und der spanischen Bischofskonferenz zu einer Demonstration „für den Schutz der Familie“ gefolgt.

Madrid – Dass damit allerdings nur die „christliche Familie“ gemeint war, daran ließen die kirchlichen Würdenträger im Rahmen der Kundgebung auf der Plaza de Colón keinen Zweifel. So wurde zwischen Gebeten und religiösen Gesängen hauptsächlich gegen die Politik der derzeitigen sozialis­tischen Regierung unter Minis­terpräsiden José Luis Rodríguez Zapatero gewettert, die die „Institution Familie“ ernsthaft in Gefahr bringe. Hauptkritik ernteten dabei die Gesetze zur Eheschließung gleichgeschlechtlicher Partner, zur Gen-Forschung, zur Abtreibung – ein Gesetz, das letztendlich gar nicht verabschiedet wurde und somit weiterhin auf dem Stand von 1985 ist – vor allem aber zur sogenannten Blitz-Scheidung. Besonders scharf ins Gericht ging Agustín García-Gasco, Kardinal von Valencia, der die „Auflösung der Demokratie“ prophezeite, sollte „die Kultur des radikalen Laizismus“ fortgesetzt werden. Es handle sich dabei um einen „Betrug, der keinen Respekt vor der Verfassung“ habe und nur in die Verzweiflung führe „über die Abtreibung, die Blitz-Scheidungen und die Ideologien, die die Erziehung der jungen Menschen“ manipuliere. Vor ihm hatte Ricardo Blázquez, der Präsident der spanischen Bischofskonferenz, das Wort ergriffen und betont, „die Ehe und die Familie sind der neuralgische Mittelpunkt der Menschheit“, allerdings nicht von „jeglicher Art an Familie, sondern konkret von der christlichen, die angesichts der neuen Familien-Modelle Gefahr läuft, zu verschwinden“.

„Heutzutage steht die Familie unter ständigem Druck: Abtreibung und Verhütung werden gefördert, Familien zerstört, kaum haben sie sich gebildet“, kritisierte auch Francisco Ayuga, leitender Diözesan von Acción Católica, in seiner Rede.

Höhepunkt der Kundgebung stellte eine Live-Schaltung zum Petersplatz nach Rom dar. Papst Benedikt XVI erschien auf einer 25 Quadratmeter- Leinwand, grüßte die Anwesenden und sprach sich seinerseits für die Ehe zwischen Mann und Frau und den Wert der christlichen Familie für die Gesellschaft aus.




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