Kein Nachmittagskaffee im Knast


Zwei Millionen Euro werden gespart

Auch die Häftlinge in den Gefängnissen von Katalonien bleiben von der Krise nicht verschont. Ab sofort bekommen sie nachmittags keinen Kaffee mehr und auch keine entsprechende Beilage.

Barcelona – Die Regionalregierung in Barcelona hat auch hier die Schere angesetzt und angeordnet, dass nur noch drei Mahlzeiten täglich ausgegeben werden: Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Die Maßnahme wurde beschlossen, nachdem ausgiebige Verhandlungen mit den Catering-Unternehmen geführt worden waren, welche die Gefängnisse versorgen und dafür entsprechende Verträge haben. Nur bei den Jugendgefängnissen wird eine Ausnahme gemacht, dort gibt es auch am Nachmittag noch die obligatorische merienda.

Nachdem ihm vom Finanzressort der Etat gekürzt worden war, hat das Justizministerium von Katalonien fünf Maßnahmen beschlossen, die jedoch weder die Qualität noch die Menge der Verpflegung beeinflussen werden, welche die Häftlinge erhalten. Außerdem wurden die üblichen drei auf zwei „Festessen“ reduziert, die an Feiertagen ausgegeben werden. Nur noch Weihnachten und Silvester gibt es etwas Besonderes im Knast. Außerdem wurde die Vorratshaltung von Lebensmitteln in den Gefängnissen reduziert.

Doch nicht nur die Insassen müssen ihre Gürtel enger schnallen, auch die Gefängnisbeamten sollen ihren Beitrag leisten. Ab September müssen sie fast den doppelten Preis für das Essen bezahlen, das sie in der Gefängniskantine bekommen. Der Preis steigt von 3,19 Euro auf 6,00 Euro.

Mit den erwähnten Maßnahmen will die Justizverwaltung jährlich zwei Millionen Euro einsparen.




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