Justizministerium begnadigt kanarischen Unternehmer


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Wegen eines Umweltdeliktes war der Präsident des UD Las Palmas zu drei Jahren Haft verurteilt worden

Das Justizministerium hat im Oktober 23 Verurteilte begnadigt, darunter Miguel Ángel Ramírez, Unternehmer und Präsident des Fußballvereins Unión Deportiva Las Palmas.

Madrid – Ramírez, Eigentümer des privaten Sicherheitsunternehmens Seguridad Integral Canaria und der Unternehmensgruppe Grupo Ralons – die spanienweit über 5.000 Angestellte beschäftigt – hatte im Jahr 2004 Bauarbeiten ohne Genehmigung und auf geschütztem Boden durchführen lassen. Konkret handelt es sich um den Bau eines 400 qm großen Wasserbeckens und zweier 250 bzw. 225 qm großer Parkplätze auf einem Gelände, das in das Naturschutzgebiet von Pino Santo eindringt, sowie die Errichtung von Mauern zur Abgrenzung des „La Milagrosa“ genannten Grundeigentums –  alles ohne Genehmigung.

Im Jahr 2010 befand das Strafgericht von Las Palmas, Miguel Ángel Ramírez habe die Bauarbeiten ohne die erforderliche Genehmigung der Gemeinde und „mit absoluter Missachtung der gesetzlichen Bodenordnung“ durchführen lassen. Es verurteilte den Unternehmer zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 43.800 Euro. Darüber hinaus wurde Ramírez jegliche bauliche Tätigkeit verboten.

Das Provinzgericht von Las Palmas bestätigte das Urteil ein Jahr später.

Nun entschied das Justizministerium, den Unternehmer zu begnadigen, vorausgesetzt er lässt das Wasserbassin, die Parkplätze und die Mauern abreißen und stellt den ursprünglichen Zustand wieder her. Damit sei dem allgemeinen Interesse mehr gedient, hieß es.

Gnade walten lassen

Neben Ramírez sprach der Ministerrat im Oktober weitere 22 Begnadigungen aus, die Hälfte entfiel – wie üblich – auf Personen, die wegen Drogendelikten verurteilt worden waren.

Aus der Reihe fällt der Fall von Sara Bermudo, die im Jahr 2012 zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden war, weil die Musik in der von ihr geleiteten Bar in Sevilla zu laut war und monatelang täglich den einzigen Nachbarn gestört hatte. Sowohl Bermudo als auch María Eugenia Morales, die mit einer von ihrem Mann gestohlenen Kreditkarte und unter Zwang elektronische Geräte auf betrügerische Weise erworben hatte, wurden begnadigt.




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