Juan Costa traut sich doch nicht


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Der wahrscheinlichste Gegenkandidat von PP-Parteichef Mariano Rajoy macht einen Rückzieher

Noch ist es einige Tage hin bis zum großen Parteitag der oppositionellen Volkspartei (PP), bei dem offiziell der neue Parteichef gewählt wird, der bestenfalls gleichzeitig auch den perfekten PP-Spitzenkandidaten für die Parlamentswahlen im Jahr 2012 verkörpern sollte.

Madrid – Jedoch eben Letzteres sorgt seit Wochen für Unruhen und Streitigkeiten innerhalb der Konservativen. Denn obwohl so gut wie festzustehen scheint, dass der derzeitige PP-Chef Mariano Rajoy am 22. Juni im Amt bestätigt wird, gibt es innerhalb der Partei ein Lager, das alles daran setzt, das Vertrauen in den einst von Aznar per Fingerzeig zu seinem Nachfolger designierten Volksparteiler zu zerstören.

Ob es nun daran liegt, dass er dem erzkonservativen PP-Flügel nach seiner zweiten Wahlniederlage zugunsten der Sozialisten zu „selbstständig“ geworden ist oder aber um die eigene Machtposition gefürchtet wird. Fakt ist, dass es bislang noch niemand von Rajoys Gegnern gewagt hat, sich offiziell als Alterternativ-Kandidat aufstellen zu lassen. Selbst der aus Castellón stammende PP-Spitzenpolitiker Juan Costa, der bislang als wahrscheinlichs­ter der möglichen Kandidaten galt, hat inzwischen einen Rückzieher gemacht. In einem Interview mit der Tageszeitung „El Mundo“ beendete er am 9. Juni die wochenlangen Ge­rüchte mit einem deutlichen „Nein“.

Wodurch genau sein Rückzieher bewirkt wurde, ist unklar. Die offizielle Erklärung lautet in jedem Fall, er habe nicht genügend Rückhalt unter den Parteibaronen gefunden, um eine Alternativ-Kandidatur aufstellen zu können. Eine Alternative zu Rajoy sei seiner Meinung nach jedoch dringend notwendig, betonte Costa, schließlich gebe es insbesondere in den unteren Reihen der Partei viele Funktionäre die nicht mehr wirklich an das derzeitige politische Projekt der Partei glauben und mit Rajoy an der Spitze für 2012 eine weitere Wahlniederlage befürchten.




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