IU – der größte Verlierer der Parlamentswahlen


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Wahlergebnis stürzt die Vereinigte Linke (IU) in die Krise

Noch in der Wahlnacht muss­te Gaspar Llamazares, Chef und Spitzenkandidat der Vereinigten Linken (IU), eingestehen, dass die Niederlage wohl ihresgleichen sucht.

Madrid – Die Klage kommt nicht zu unrecht. Noch nie war das Wahlergebnis für die Vereinte Linke so niederschmetternd wie am 9. März. Mit nur 963.040 erreichten Stimmen – niemals war der Prozentsatz so niedrig – kann IU nicht einmal eine Fraktion im Parlament stellen. Lediglich zwei Sitze stehen der zumindest dem Schein nach zu urteilen drittstärksten Partei auf nationaler Ebene noch zu. In der vorherigen Legislaturperiode waren es immerhin noch fünf.

Llamazares, der seit jeher dafür bekannt ist, lieber gegen als mit dem Strom zu schwimmen, zog noch in der Wahlnacht die Konsequenzen. Er persönlich trage die Verantwortung für dieses niederschmetternde Ergebnis, erklärte er den Medien gegenüber. Er werde sein Amt folglich niederlegen und zwar im Rahmen eines Parteitages, der in wenigen Monaten stattfinden soll.

Llamazares ließ es sich dabei jedoch auch nicht nehmen, scharfe Kritik am spanischen Wahlsystem zu üben, das es zulasse, dass einer regionalen Partei mit weniger erreichten Stimmen weit mehr Macht im Abgeordnetenhaus eingeräumt wird als einer nationalen. Bereits während des Wahlkampfes hatte er wiederholt öffentlich gegen die „Zwei-Parteien-Kampagne“ gewettert.

Ein möglicher Nachfolger für den langjährigen IU-Chef hat sich bislang noch nicht gefunden.




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