Invasion der spanischen Banken


© BancSabadell

Nach einem Bericht des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes

Rund zwanzig Monate Rezession haben die spanischen Banken nicht erschüttert. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wie das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes in einem Bericht mit dem Titel „International Invasion“ berichtet, haben spanische und kanadische Banken eine Invasion auf dem Bankensektor der USA begonnen.

Washington – Erst im vergangenen Monat hat die Banco Sabadell die Mellon Bank of Miami übernommen, die Ende März Aktiv­­posten von 2,37 Milliarden Dollar (1,665 Milliarden Euro) und 15 Zweigstellen verzeichnete. Ende 2007 hatte Banco Sabadell schon die Transatlantik Bank erworben und war damit auf den sechsten Platz der Banken in Florida gerückt.

Im März kaufte die Banco de Santander 75 Prozent der Sovereign, die ihr noch nicht gehörten, und die Caja de Madrid verschob im November den Börsengang ihrer Filiale Cibeles um die National Bank of Florida erwerben zu können. BBVA, die bereits 2007 die Compass Banchsares gekauft hat, sieht nach der Ansicht von Analysten den amerikanischen Markt als ihr zu­künftiges Expansionsfeld.

Nach Ansicht amerikanischer Finanzkreise haben die spanischen Banken zwei Vorteile gegenüber ihren internationalen Rivalen: Den Latino-Boom im Südosten der Staaten, der ihnen einen kulturellen und sprachlichen Vorsprung verleiht, sowie das System der Regulierung und der Rücklagen, das ihnen die Bank von Spanien auferlegt. Dieses Sys­tem wurde von Forbes bereits in mehreren Artikel als beispielhaft hervorgehoben und wurde inzwischen von der Europäischen Union imitiert. Es hat den Banken in Spanien Stärke gegenüber der Krise verliehen, die die Konkurrenz inner- und außerhalb der Vereinigten Staaten nicht vorweisen kann.

Forbes weist darauf hin, dass Ankäufe als Wachstumsformel sehr riskant sind, dass aber die vorgenannten Konditionen den spanischen Banken gute Chancen einräumen.




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