In Shanghai wurde die größte Weltausstellung aller Zeiten eröffnet


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Mit einem ökologischen Konzept präsentieren sich drei spanische Städte

Am 1. Mai öffnete in Shanghai die EXPO 2010 ihre Tore. Unter dem Leitmotiv „Bessere Stadt – besseres Leben“ präsentieren sich über 200 Länder und Institutionen.

Shanghai – Rund zwanzig Staatschefs waren anwesend als Chinas Präsident Hu Jintao mit dem größten Spektakel aller Zeiten die Weltausstellung 2010 eröffnete. Doch nicht nur die Eröffnungsfeier war grandios, insgesamt handelt es sich um die größte Weltausstellung in der 159-jährigen Geschichte dieses Events. Allein die Ausstellungsfläche ist mit 5,28 qkm zwanzigmal so groß wie die letzte EXPO, die in Saragossa stattfand. Die Kosten werden mit 3,15 Milliarden Euro beziffert. Rechnet man jedoch die enormen Ausgaben für die Verbesserung der Infrastruktur hinzu, so sprechen Eingeweihte von bis zu 44 Milliarden Euro.

 Die offizielle Delegation Spaniens war eher bescheiden besetzt. Parlamentspräsident José Bono war als Vertreter der Regierung anwesend. Auch die Bürgermeister von Madrid, Barcelona und Bilbao, die am spanischen Pavillon beteiligt sind, nahmen an der Eröffnung teil. Angesichts der Finanzkrise hatte sich die spanische Regierung entschlossen, mit einer reduzierten Delegation nach China zu reisen.

Getreu dem Motto der EXPO „Bessere Stadt – besseres Leben“ wählten die Spanier eine moderne Bambuskonstruktion, wie sie auch schon in der „Casa de Bambú“ im Stadtteil Carabanchel realisiert wurde. Der 2007 erbaute, preisgekrönte Sozialbau wird durch eine Fassade aus Bambusmatten klimatisiert. Auch die „Árboles de Aire“ im Stadtteil Vallecas im Südosten von Madrid, Konstruktionen auf öffentlichen Plätzen, die durch natürliche Ventilation das Mikroklima verbessern sollen, standen Pate bei dem ungewöhnlichen Pavillon.

„Ein Haus in Shanghai“

„Madrid hat nun ein Haus in Shanghai“, meinte der Madrider Bürgermeister Alberto Ruíz-Gallardón dann auch stolz. „Die Tatsache, dass Madrid ausgewählt und in einer privilegierten Zone lokalisiert wurde, ist für uns eine Anerkennung aber auch eine Verantwortung“, fügte er hinzu. Diese Ehre hat man sich etwas kosten lassen: Neun Millionen Euro betrugen die Kosten für das mit modernsten audiovisuellen Systemen ausgestattete Gebäude. Einen Teil der Kosten übernahmen Sponsoren, einen anderen Teil trägt China. „Im Inneren soll das Leben in einer Straße von Madrid nachempfunden werden können“, wie die Stadträtin für Urbanismus, Pilar Martínez, erläuterte. Dazu werden Bilder von Straßen und Plätzen, Stieren, Fußball und Schulen mit Kindern verschiedener Rassen und Kulturen projiziert. Ausstellungen und Diskussionsrunden drehen sich um Themen wie Architektur, Ökologie, den Klimawandel und die Geschichte von Real Madrid.

Die EXPO 2010 ist bis Ende Oktober geöffnet. Bereits am ersten Tagen kamen mehr als 300.000 Besucher.





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