Immigration: Erstmals rückläufige Tendenz


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Im Oktober erreichten weniger illegale Immigranten die spanische Küste als vor einem Jahr

Im Oktober war die Anzahl der illegalen Immigranten, die auf dem Seeweg die spanische Küste erreichten und dort festgenommen wurden niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Damit wurde erstmalig eine Umkehrung der seit Anfang des Jahres stetig steigenden Tendenz neuer Flüchtlinge registriert.

Madrid/Kanarische Inseln – Nach jüngsten Zahlen wurden im Oktober 1.845 „Sin papeles“ („Papierlose“), wie die illegalen Einwander in Spanien genannt werden, bei ihrer Ankunft an der spanischen, hauptsächlich aber der kanarischen Küste festgenommen. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 2.040 und 2004 lag die Anzahl ebenfalls im Oktober bei 1.580.

Bisheriges Rekordjahr war jedoch 2003, als im Oktober 3.272 Flüchtlinge bei ihrer illegalen Ankunft in Spanien erwischt wurden.

Aber nicht nur die Anzahl der illegalen Immigranten hat sich in den letzten vier Jahren stark verändert, sondern auch die Routen, die die Schlepperbanden für den illegalen Weg nach Spanien benutzen.

Während sich 2003 die im Oktober verhafteten 3.272 Flüchtlinge relativ gleichmäßig auf die Kanarischen Inseln (1.820) und die andalusische Küste (1.452) verteilten, kam ein Jahr später der Großteil der 1.580 „Illegalen“ auf die Kanaren (1.201 gegenüber von 379, die die andalusische Küste erreichten).

2005 wiederum erreichten die Immigranten in den Flüchtlingsbooten die südspanische Küste (1.491 gegenüber 549, die die Kanaren ansteuerten). Und in diesem Jahr waren es schließlich wieder die Kanarischen Inseln, die die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge (1.280) empfingen, während in Andalusien nur 565 an Land gingen.

Die Ursache für die unterschiedlichen Flüchtlingswege gründet nach Meinung von Experten auf drei Faktoren: die progressive Ausbreitung der Auswanderungsbereitschaft in Westafrika, die verstärkte Kontrolle der spanischen Grenze und die Unterzeichnung von Rückführungsabkommen zwischen Spanien und verschiedenen afrikanischen Ländern.




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