Immer mehr Steuerzahler kreuzen das Kästchen für die Kirche an


Auch wenn die Erträge zurückgehen

Die Krise kann der Katholischen Kirche nichts anhaben. Das zeigen die Daten, die jetzt von den Steuerbehörden veröffentlicht wurden.

Madrid – Mehr als neun Millionen Steuerzahler haben sich entschieden, die 0,7% ihrer Einkommensteuer der Kirche zukommen zu lassen. Das haben sie in ihrer Einkommensteuer-Erklärung für 2009 zum Ausdruck gebracht, indem sie das entsprechende Kästchen angekreuzt haben. Das entspricht 34,75% aller abgegebenen Steuererklärungen und hat sich um einen halben Punkt gegenüber dem Vorjahr erhöht. Wenn diese Einkünfte auch um 3,2 Millionen zurückgingen, konnte die Finanzverwaltung einen Betrag von 249,4 Millionen Euro an die spanische Bischofskonferenz überweisen.

Bei der Kirche herrscht große Freude über diese exzellenten Resultate. „Die Zahl der Erklärungen hat erneut zugenommen, und das trotz der derzeitigen Krisensituation“, freut sich der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Monseñor Martínez Camino.

An seiner Seite ebenso zufrieden, der Vizesekretär für wirtschaftliche Angelegenheiten, Fernándo Giménez Barriocanal, der noch weitere Daten nennt, die in dieselbe Richtung weisen. „Die Gesamtzahl der Erklärungen zugunsten der Kirche hat sich auf 7,260 Millionen erhöht. Allein in den letzten drei Jahren hat diese Zahl um 800.000 zugenommen. Wenn wir dann noch davon ausgehen, dass eine beachtliche Zahl der Erklärungen Zusammenveranlagungen sind, liegen wir mit der Schätzung von neun Millionen Steuerzahlern nicht falsch, die sich für die Kirche entschieden haben.“

Die Bischöfe hatten erst kürzlich angesichts der Wirtschaftskrise recht pessimistische Vorausberechnungen über die zu erwartenden Einnahmen aus der Einkommensteuer aufgestellt. Doch tatsächlich hat die Kirche lediglich drei Millionen Euro im Veranlagungszeitraum 2009 eingebüßt. „Es ist das erste Mal, dass die Zahl der abgegebenen Erklärungen  zurückgegangen ist“, erklärte Barriocanal an anderer Stelle.

„Viele Steuerzahler können die Arbeit der Kirche nicht unterstützen, weil sie aufgrund ihrer geringen Einkünfte keine Steuererklärung abgeben müssen“, führte er weiter aus, und schätzt ihre Zahl auf etwa sechs Millionen. Zählt man sie zu den kalkulierten neun Millionen, die ihre Kreuze an der richtigen Stelle gemacht haben, so kommt er auf insgesamt 15 Millionen Spanier, katholisch oder nicht katholisch, die bereit sind, die sozialen und geistlichen Aufgaben der Katholischen Kirche zu unterstützen.




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