Immer mehr Einwanderer in häusliche Gewalt verwickelt


Ausländer stellen den größten Anteil

55 Frauen wurden von Anfang des Jahres bis Ende September in Spanien von ihren Ehemännern, Lebensgefährten oder Expartnern umgebracht. Sechs davon allein im September.

Madrid – Doch der sich immer weiter verbreitende Eindruck, dass ein Großteil der Gewalttaten mit tödlichem Ende, die in Spanien im häuslichen Bereich geschehen, von Ausländern begangen werden, stimmt nicht ganz. Eine jüngste Untersuchung hat jedoch ergeben, dass der Prozentsatz an ausländischen Tätern im Verhältnis zu der ausländischen Bevölkerung, die in Spanien etwa 10% darstellt, doch erschreckend hoch ist. 2004 waren 16 Ausländer für den Tod ihrer Partnerinnen oder Ehefrauen verantwortlich (22,8%). In den  ersten neun Monaten dieses Jahres haben jedoch bereits 22 Ausländer im häuslichen Bereich getötet, womit der Prozentsatz bereits auf 45,8% steigt. Auch die Opfer häuslicher Gewalt sind immer häufiger Ausländerinnen. Während es 2004  noch 21% waren, sind es in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits 41,7%.

Die Tatsache, dass immer mehr Einwanderer in häusliche Gewalt verwickelt sind, wird auf verschiedene Faktoren zurückgeführt. So werden Ausländerinnen häufiger Opfer, weil sie, angesichts der Tatsache, dass ihre Familien meist weit entfernt leben, viel weniger geschützt sind. Natürlich spielt auch die in den Heimatländern herrschende, oft sehr machistisch geprägte Kultur eine entscheidende Rolle. Des Weiteren werden die doch sehr geschlossenen Gruppierungen, zu denen sich die Einwanderer je nach Nationalität zusammenschließen, als mitverantwortlich für den Anstieg der häuslichen Gewalt unter Ausländern angesehen.




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