Immer dünner und immer jünger


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Extrem schlanke Models bei Modeschauen kritisiert

Die „extreme Schlankheit“ der Models, die auf der Madrider Cibeles-Modeschau Mitte Februar defilierten, hat spanienweit für Aufsehen und Protest gesorgt. Nicht nur in den Medien wurde die Tendenz zu immer „dünneren“ und immer „jüngeren“ Mädchen mit Sorge beobachtet.

Madrid – Verschiedene Verbände gegen Magersucht und Bulimie haben angezeigt, dass bei Cibeles Mädchen mit Kleidergröße 34 (in Deutschland etwa 36) über den Laufsteg gingen.

Da bekannt ist, wie sehr die Mode das Bild beeinflusst, das vor allem junge Frauen von sich haben, müsse darauf geachtet werden, dass die Models mindestens Größe 38 haben.

In diesem Zusammenhang haben sich auch verschiedene Mannequins selbst zu Wort gemeldet und angezeigt, dass die Modeschöpfer immer dünnere Mädchen verlangen. Oft schon habe man sie für eine Schau nicht unter Vertrag genommen, wenn sie nicht in die verlangte Kleidergröße passten. Andere beklagen, dass viele Mädchen von bestimmten illegalen Substanzen Gebrauch machten, nur um das Hungergefühl zu unterdrücken und Gewicht zu verlieren. Vonseiten der Cibeles-Organisatoren und Modedesigner werden die Vorwürfe empört zurückgewiesen. Es gäbe gar keine Kleidergröße 34 bei ihnen, Mindestgröße wäre immer eine 36, heißt es unter anderem.

Gesundheitsministerin Elena Salgado hat derweil die Mode-Industrie eindringlich dazu aufgefordert, Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Parallel zu der Aufregung hat ein Gerichtsmediziner über die Selbstmordgefahr einer Bulimikerin Alarm geschlagen. Die Familie der 20-Jährigen hatte bereits vor Monaten versucht, sie in eine Klinik zwangseinweisen zu lassen, doch die mit dem Fall beauftragte Richterin hatte abgelehnt. Der Gerichtsmediziner sieht nun das Leben des Mädchens ernsthaft gefährdet. Am 9. März findet erneut eine Verhandlung statt, bei der über die Zwangseinweisung der Kranken entschieden werden soll.




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