„Ich gab das Geld zurück, weil es nicht mir gehört“


Arbeitsloser Immigrant gibt 800 gefundene Euro zurück

„Meine Religion sagt, wenn man etwas auf der Straße findet, muss man den Eigentümer suchen, um es ihm zurückzugeben“.

Manresa – Mamadou Djouma, ein junger Guineaner, der in Manresa lebt, handelte wie ein gläubiger Moslem, als er bei einem Kassenautomaten der Caixa 800 Euro fand. Er zögerte keinen Augenblick, seinen Fund bei der Polizei abzuliefern. Vor ihm hatte jemand diese 800 Euro eingezahlt, aber der Automat hatte den Betrag unbemerkt wieder „ausgespuckt“. Weil Feiertag war, konnte Mamadou den Betrag nicht bei der Bankfiliale abgeben und ging deshalb zur Polizei.

„Ich habe mich sehr erschreckt, als ich das Geld sah“, erklärte er. „Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die das Geld behalten hätten, doch mir ist dieser Gedanke nicht durch den Kopf gegangen, denn es war ja nicht mein Geld.“

Der Guineaner lebt mit seiner Frau und einem zweijährigen Kind in Manresa, in der Nähe von Barcelona, und hat keine feste Arbeit. „Ich arbeite, wenn sich etwas ergibt“, erklärt er. „Manch­mal habe ich tausend Euro im Monat zusammengebracht, aber das ist in der letzten Zeit ein unerreichter Traum geblieben.“ Eine ganze Weile hatte er eine feste Arbeit, doch seit der Wirtschaftskrise muss er sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. „Natürlich hätten 800 Euro meine finanziellen Sorgen ein wenig gelindert, aber meine Probleme hätten sie auch nicht gelöst…“




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