IBEX-Banken: Stellenabbau beschleunigt

Die IBEX-notierten Banken nutzen die Möglichkeit zur Kurzarbeit nicht.

Die IBEX-notierten Banken nutzen die Möglichkeit zur Kurzarbeit nicht.

BBVA, CaixaBank, Banco Santander, Bankia, Bankinter und Sabadell nutzen die Krise, um den geplanten Stellenabbau zu beschleunigen

Madrid – Die sechs großen spanischen Banken haben in der ersten Jahreshälfte von 2020 271 Zweigstellen geschlossen und ihre Belegschaften um insgesamt 1.456 Angestellte reduziert. Dies bedeutet eine Verkleinerung des Filialnetzes um 1,87% und eine Verringerung der Mitarbeiterzahl um 1,16%.
Die verstärkte Nutzung digitaler Service-Kanäle durch die Kunden begünstigt eine fortschreitende Anpassung der Filialnetze der wichtigsten Geldinstitute des Landes, die dadurch unrentable Niederlassungen aufgeben können, um Kosten einzusparen und gleichzeitig die Effizienz zu erhöhen. Diese Tendenz wurde in einigen Fällen verstärkt durch die Pandemiekrise, die die Entwicklung schon bestehender Tendenzen, wie Digitalisierung und Telearbeit, noch beschleunigt hat.
An der Spitze dieser Entwicklung liegt, prozentual gesehen, die Banco Sabadell mit 94 Schließungen, eine Reduzierung gegenüber Ende 2019 um 5% auf 1.753 Filialen in ganz Spanien. Insgesamt plant die Bank im Verlauf des Jahres 2020 noch weitere 230 Zweigstellen abzubauen.
Die CaixaBank verfügt spanienweit über die größte Zahl an Niederlassungen. 106 davon wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres geschlossen. Damit verringert sich ihre Zahl um 2,57% auf 4.012. Geplant ist eine Reduzierung auf 3.600 Filialen in den kommenden Monaten.
Die BBVA hat 50 ihrer nunmehr noch 2.592 Zweigstellen geschlossen, die Banco Santander reduzierte um 13 auf 3.222, Bankinter hat keine ihrer 365 Anlaufstellen geschlossen, Bankia hat um acht auf 2.267 reduziert und plant noch weitere 160 Schließungen.
Die sechs Banken, welche im Aktienindex IBEX 35 gelistet sind, der die Wertentwicklung der 35 wichtigsten spanischen Unternehmen zusammenfasst, beschäftigten Ende Juni zusammengenommen 124.552 Angestellte. Das sind 1.456 bzw. 1,16% weniger als zu Jahresbeginn. Den größten Personalabbau führte die BBVA durch, die ihr Personal um 877 Mitarbeiter (2,9%) auf 29.406 verringerte.

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