Hitzewelle erschwert die Brandbekämpfung


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Über 52.000 Hektar fielen bisher den Flammen zum Opfer

Bei Wald- und Geländebränden ist in diesem Jahr schon nahezu ebenso viel Fläche geschädigt worden, wie in den vorherigen beiden Jahren zusammengenommen. Zwar hat die Anzahl der Feuer nicht zugenommen, doch durch die Hitzewelle wurden die Löscharbeiten dermaßen erschwert, dass die Zerstörungen ungleich größer ausfallen.

Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt verbrannten bis zum 26. Juli Flächen von insgesamt 52.557 Hektar, 15.300 Hektar davon sind Waldgebiete. Im Jahr 2014 waren es dagegen 37.500 und in 2013 rund 21.000 Hektar. 

60% der verbrannten Flächen fielen Großbränden von mehr als 500 Hektar anheim.

Insgesamt gab es bis Ende Juli 7.750 Brände, von denen 4.700 weniger als einen Hektar Gelände in Mitleidenschaft zogen und sieben sich zu Großbränden ausweiteten. 

Das schlimmste Feuer wütete in der Autonomen Region Aragón. Dort mussten mehrere Ortschaften evakuiert werden. Insgesamt wurden 14.000 Hektar geschädigt. 

Löschkräfte im Streik

Die Brandbekämpfung liegt in der Zuständigkeit der Autonomen Regionen. Das zuständige Ministerium der Zentralregierung kann jedoch, wenn nötig, Verstärkung schicken, beispielsweise große Löschflugzeuge, die mehr als 6.000 Liter Wasser fassen können. 

Eine weitere überregionale Brandbekämpfungseinheit ist die Verstärkungsbrigade für Waldbrände BRIF, die auf Großfeuer spezialisiert ist. Die Mitglieder dieser Brigade befinden sich jedoch zurzeit im unbefristeten Streik, um berufliche Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen von ihrem Arbeitgeber, dem öffentlichen Unternehmen Tragsa, einzufordern. 

Glücklicherweise beeinträchtigt dieser Streik die Brandbekämpfung nicht, da der während des Streiks verpflichtende Mindestdienst von 70% strikt eingehalten wird und die BRIF nur in 2% aller Brände zum Einsatz kommt. Die Brigade hat 545 Mitarbeiter und zehn Stützpunkte im ganzen Land. Sie kommt nur bei Großbränden zum Einsatz. Anfang August haben BRIF-Brandbekämpfer ihren Protest nach Madrid getragen und vor dem Ministerium für Landwirtschaft demonstriert. Sie verdienen nur 900 Euro monatlich, inklusive Gefahrenzuschlag, Schicht- und Bereitschaftsdienst, ein Verdienst, der in keinem Verhältnis zu ihrem lebensgefährlichen Einsatz bei den schwierigsten und verheerendsten Flächenbränden steht. 

Mit dem Besen gegen die Flammen

Bei einem schweren Großfeuer im Kreis Sierra de Gata in Extremadura, wurden über 7.000 Hektar Vegetation zerstört und über 1.600 Personen evakuiert. Die Anwohner kämpften zum Teil mit Besen und Schaufeln gegen die Flammen, um ihre Fincas zu retten, nachdem die Wasserversorgung zusammengebrochen war. Oft vergebens. Als Ursache wird Brandstiftung vermutet. 




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