Hilferuf im Namen der Antarktis


© S. Hanquet

Naturfotograf von Teneriffa engagiert sich für den Klimaschutz und nahm an einer Antarktis-Expedition teil

Sergio Hanquet, Naturfotograf aus Arona – seiner Herkunft nach Belgier – hat sich aufgrund seiner Liebe zur Natur und im Besonderen zu den Ozeanen dem Klimaschutz verschrieben. „SOS Antártida“ heißt sein neuester Beitrag, ein zusammen mit seinem Kollegen Juan Pablo Pereda verfasster Bildband, der in über 100 Bildern die Schönheit dieses kältesten Kontinents aber auch seine Verletzlichkeit verdeutlicht.

Teneriffa – In Los Cristianos stellten die Autoren kürzlich in einer Pressekonferenz das Buch und ihr Projekt zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Phänomen des Klimawandels vor. Die Fotografen haben gemeinsam mit der Stiftung „Mundo del Silencio“ (Welt der Stille) das IPY, das Internationale Polarjahr 2007/08, zum Anlass genommen, um der Gesellschaft ins Gewissen zu reden und mit verschiedenen Veranstaltungen zumindest für Aufklärung zu sorgen.

Sergio Hanquet, der an der Antarktis-Expedition des Forschungseisbrechers Ice Lady Patagonia teilnahm, wird unter dem Titel „El continente del desafío“ (Der Kontinent der Herausforderungen) vom 1. bis 21. Mai 60 großformatige Fotos von dieser Reise im Centro Cultural in Los Cristianos ausstellen. Während dieser Zeit sind außerdem Vorträge zu den Themen „Fotografie unter extremen Bedingungen“ und „Globale Erwärmung und die Geschichte der Antarktis“ geplant.

Um die Arbeit der Polarforscher noch weiter zu veranschaulichen wird Anfang Mai auch der Eisbrecher Ice Lady Patagonia im Hafen von Los Cristianos festmachen. Sergio Hanquet bestätigte, dass das Forschungsschiff Teneriffa als erste europäische Station auf der Rückreise von Südamerika anlaufen wird. Wann genau das Schiff ankommen wird ist noch nicht sicher, da es von den Wetterbedingungen abhängt. Geplante Abfahrt von Buenos Aires (Argentinien) ist der 13. April. „Wir rechnen mit der Ankunft der Ice Lady Patagonia um den 12. bis 14. Mai“, sagte Sergio Hanquet dem Wochenblatt. Während des geplanten viertägigen Aufenthaltes wird das Forschungsschiff übrigens auch für Besucher geöffnet sein.

Wenngleich die Antarktis nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft der Kanarischen Inseln liegt, so betrifft die globale Erwärmung und der Klimawandel, die für diesen Kontinent eine unmmittelbare Bedrohung darstellen, doch auch uns. Und so ist es den Forschern und Mitgliedern der Stiftung „Mundo del Silencio“ ein besonderes Anliegen, die Bevölkerung aufzuklären und für diese Problematik zu sensibilisieren.

Der Naturfotograf Sergio Hanquet

Der 1962 in Belgien geborene Naturfotograf lebt seit 1986 im Süden Teneriffas.

Als Profitaucher hat er an zahlreichen Wettbewerben der Unterwasserfotografie teilgenommen. Viele Preise – nationale und internationale – zeichnen diesen begeisterten Sporttaucher und Naturfreund aus, der sich auch für den Schutz der Meeressäuger engagiert. Seine Fotografieausstellungen fanden Erwähnung in zahlreichen Magazinen, Zeitungen und sein Name taucht auch in Natur-Bildbänden und Büchern auf.

Das Internationale Polarjahr 2007/08 (IPY)

Auf der Website www.polarjahr.de findet sich eine genaue Beschreibung dieser Initiative:

„Das Klimasystem der Erde zu verstehen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Polargebiete spielen dabei eine entscheidende Rolle. Schmilzt das Eis an den Polkappen, steigt der Meeresspiegel und große Küstengebiete werden unbewohnbar. Tauen die Dauerfrostgebiete, werden riesige Mengen des Klimagases Methan freigesetzt. Wie es um die Polargebiete bestellt ist, hat folglich unmittelbaren Einfluss auf unser Leben.

Nur mit größtem logistischem Aufwand ist es überhaupt möglich, in den lebensfeindlichen Gebieten der Arktis und Antarktis zu forschen. Im Rahmen des Internationalen Polarjahres, das vom 1. März 2007 bis 1. März 2008 stattfindet, schließen sich Wissenschafter aus über 60 Nationen zusammen, um gemeinsam die Polargebiete zu untersuchen. Die Begeisterung für die Schönheit der Arktis und Antarktis sowie die Faszination für die Forschung zu vermitteln, ist die Aufgabe zahlreicher Medienvertreter, Künstler und Lehrer, die in die Aktivitäten des Polarjahres eingebunden sind. So wird es möglich, die breite Öffentlichkeit und den Nachwuchs direkt und von Anfang an mitzunehmen auf diese spannende Reise in unbekannte Eiswelten.

In der Vergangenheit gab es bereits drei groß angelegte internationale Initiativen, um die Polarregionen zu untersuchen: Das 1. Internationale Polarjahr (1882/83), das 2. Internationale Polarjahr (1932/33) und das Internationale Geophysikalische Jahr (1957/58). Diese großen wissenschaftlichen Ereignisse erbrachten mit einer Vielzahl von Expeditionen, der Errichtung neuer Forschungsstationen und international koordinierten Beobachtungsprogrammen entscheidende Kenntnisfortschritte über die Polarregionen. Das Internationale Polarjahr 2007/08 will an diese Tradition anknüpfen.“

Spanien nimmt im IPY 2007/08 erstmalig an dieser Initiative teil. Mit bis zu 220 Wissenschaftlern, die an 17 Forschungsprojekten arbeiten, beteiligt sich Spanien an der weltweiten Aktion.




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