Hauptsache dick aufgetragen


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Verbraucherschützer testeten Sonnencremes – mit überraschenden Ergebnissen

Die Verbraucherschutzorganisation OCU hat die wichtigsten Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30 auf den Prüfstand gestellt. Neben dem tatsächlichen Schutz vor den gefährlichen UVA- und UVB-Strahlen nahmen die Verbraucherschützer auch die Wasserfestigkeit, die Lichtbeständigkeit, die kosmetischen Eigenschaften, die Beschriftung und die Preise unter die Lupe.

Die Ergebnisse des Tests wurden in der Juni-Ausgabe von OCU Salud veröffentlicht.

Klarer Testsieger ist die Sonnencreme Babaria Leche Solar Aloe Vera mit dem besten Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlen und zwar sowohl an Land als auch im Wasser. Weiterhin empfehlen die Verbraucherschützer die Nivea Sun Protege y Broncea wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnises und der exzellenten kosmetischen Eigenschaften sowie die Cien Leche Solar Classic von Lidl für nur 4,99 Euro.

Die Sonnencremes Delial Golden Protect und Delial Leche Protectora Hidratante – beide von Garnier –, die Anthelios Smooth Lotion von La Roche Posay und die Lait Solaire von Biotherm schnitten dagegen nicht so gut ab, da der tatsächliche Sonnenschutz unter dem offiziell erklärten Lichtschutzfaktor lag. Bei den zwei letztgenannten Produkten kritisierte die Organisation neben dem geringeren Schutz vor den aggressiven Sonnenstrahlen zudem, dass eine Sonnencreme mit geringerem Lichtschutzfaktor üblicherweise auch billiger ist.

Hinsichtlich der Wasserfestigkeit bestanden alle geprüften Produkte den Test, da 40 Minuten nach dem Bad immer noch mindestens die Hälfte aller Cremes auf der Haut nachgewiesen werden konnte. Die Tester bestätigten darüber hinaus allen Cremes eine hinreichende Beständigkeit der Solarfilter, eine gute Textur und eine leichte Verteilung.

Die Verbraucherschützer monierten jedoch die irreführende Beschriftung einiger Produkte. Demnach garantiert der Begriff „hypoallergen“ nicht, dass keine allergieauslösenden Inhaltsstoffe verwendet wurden, da gleichzeitig Duftstoffe zugesetzt waren. Auch die Bezeichnung „dermatologisch getestet“ bestätigt einzig und allein den Test von einem Dermatologen, sagt jedoch wegen fehlender gesetzlicher Regelung rein gar nichts über das Untersuchungsverfahren, die Unabhängigkeit der Prüfer oder die wissenschaftliche Protokollierung aus. Des Weiteren besagt „parabenfrei“ zwar die Nichtverwendung dieser auf Erdölbasis hergestellten Konservierungsstoffe, jedoch nicht das Fehlen anderer endokriner Disruptoren. Darüber hinaus stellten die Tester fest, dass teure Marken dazu tendieren, ihre Eigenschaften hochtrabend auf Französisch oder Englisch anzupreisen. Bei Lancôme Génifique Soleil fehlte sogar die Übersetzung der Anwendungshinweise in die spanische Sprache.

Bei der Preisfrage konnte die OCU gängige Annahmen widerlegen und kam zu dem Schluss, dass nicht der Preis über die Qualität einer Sonnencreme entscheidet. Es muss also nicht eine Sonnencreme aus der Apotheke sein.

Als wichtigste Haupterkenntnis des umfangreichen Tests hoben die Prüfer hervor, dass für einen guten Schutz vor den aggressiven Sonnenstrahlen ein dickes und mehrmaliges Auftragen der Sonnencreme unabdingbar ist. Die Verbraucherschützer raten, alle zwei Stunden 35 ml (fünf Teelöffel) auf dem ganzen Körper gut zu verteilen.




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