Handelsverträge im Wert von 5,65 Milliarden €


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Der chinesische Vize-Regierungschef zu Besuch in Spanien

Spanien und die Volksrepublik China haben in den ersten Januartagen 16 Handelsabkommen – 12 davon mit Privatunternehmen – geschlossen und zwar in einem Gesamtwert von 5,65 Milliarden Euro. Die Verträge wurden im Rahmen eines Besuchs des chinesischen Vize-Premierministers Li Keqiang unterzeichnet.

Madrid – Der Repräsentant der chinesischen Regierung wurde im Moncloa-Palast von Präsident José Luis Zapatero empfangen. Er unterstrich sein Vertrauen in die spanische Wirtschaft und hat die volle Unterstützung der chinesischen Regierung für die Wirtschaftsmaßnahmen Zapateros zugesichert, die nach seiner Meinung in die richtige Richtung gehen. Er sei der festen Überzeugung, dass Spanien in einem Zeitraum von zwei Jahren in Sachen Wirtschaftswachstum an der Spitze der Europäischen Union stehen wird. China werde nach wie vor in spanische Staatsanleihen investieren.

Bei ihrem mehr als einstündigen Gespräch haben Li und Zapatero sich darauf geeinigt, die Summe der bilateralen Handelsbeziehungen auf 40 Milliarden Euro anzuheben. Der Tourismus aus China soll angekurbelt, die Zusammenarbeit von Firmen beider Länder verbessert und spanische Investitionen in China gefördert werden.

Der Besucher aus China traf sich während seines dreitägigen Besuchs in Madrid mit Wirtschaftsministerin und Vizepräsidentin Elena Salgado zum Abendessen und mit der créme de la créme der spanischen Unternehmen zu einem Mittagessen.

Bei dem Treffen, das vom Institut für Außenhandel ICEX organisiert wurde, war auch der langjährige spanische Wirtschaftsminister Pedro Solbes anwesend. Zahlreiche Präsidenten namhafter spanischer Unternehmen wie Repsol, Telefónica oder FCC sowie von fünfzig weiteren Firmen nahmen an dem Treffen teil. Auch der Präsident des Handelskammerverbandes, der Vizepräsident der spanischen Unternehmer und deren Generalsekretär waren anwesend.

König Juan Carlos empfing den chinesischen Regierungsvertreter im Zarzuela-Palast. Auch Außenministerin Trinidad Jiménez und Industrieminister Miguel Sebastián nahmen an den Gesprächen teil. Der spanische Ex-Wirtschaftsminister Pedro Solbes erklärte später vor Medienvertretern, Li Keqiang habe einen sehr guten Eindruck von den spanischen Unternehmen gewonnen und von der Art und Weise, wie sie mit der Wirtschaftskrise umgehen.

Bereits 2005 haben China und Spanien während des Besuchs des ehemaligen Präsidenten Hu Jintao ein strategisches Abkommen geschlossen. Die Verträge, die in diesen Tagen unterzeichnet wurden, stellen eine Erweiterung dieses Abkommens dar.

Der Besuch Li Keqiangs in Spanien war Teil einer Europareise, die ihn auch nach England und Deutschland führte. Der 55-Jährige ist Mitglied der neunköpfigen Regierungsmannschaft, die die 1,3 Milliarden Chinesen regiert. Seit er 2008 zum Vize-Ministerpräsident avancierte ist klar, dass er 2012 der Nachfolger von Premier-Minister Wen Jiabao sein wird.




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