Haidar nach 32 Tagen Hungerstreik in die Heimat ausgeflogen


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Die Westsahara-Aktivistin bedankte sich für die Unterstützung und kündigte an, ihren Kampf fortzusetzen

Die Menschenrechtsaktivis­tin Aminatou Haidar hat sich mit einem persönlichen Schreiben bei all denjenigen ausdrücklich bedankt, die sie während ihres mehrwöchigen Hungerstreiks auf Lanzarote, von ihr als „langer Kampf für die Rückkehr“ bezeichnet, unterstützt haben.

El Aaiún – „Ich hatte in keinem Moment den Eindruck, allein zu leiden“, sagte sie nach ihrer Rückkehr nach El Aaiún.

Haidar ist am 17. Dezember 2009 in einem von der spanischen Regierung gecharterten und mit medizinischen Geräten ausgerüsteten Flugzeug in ihre Heimat zurückgebracht worden, nachdem Marokko ihrer Rückkehr „bedingungslos“, aber ausschließlich „aus humanitären Gründen“ zugestimmt hatte. Eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen im Fall Haidar mit Marokko hatte schließlich Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy übernommen, der zwei Tage vor der Lösung des Konflikts den marokkanischen Außenminister Taib Fassi Fihri empfangen und über ihn dem marokkanischen König Mohammed VI. eine Nachricht zukommen ließ, wie es in einer Erklärung des Elysée-Palastes heißt. In dem Schreiben an Mohammed VI. bat Frankreich nicht nur um die bedingungslose Rückkehr Haidars, sondern erklärte auch seine Unterstützung des marokkanischen Autonomieplans für die Westsahara.

Aminatou Haidar erreichte die Nachricht über ihre Genehmigung zur Heimreise im Krankenhaus von Lanzarote. Nach 32 Tagen Hungerstreik, während denen sie nur Zuckerwasser zu sich genommen hatte, war sie mit starken Unterleibsschmerzen und Übelkeit auf eigenen Wunsch in die Klinik eingeliefert worden und hatte mehrere Stunden auf der Intensivstation verbracht. Ihre Rechtsanwältin überbrachte ihr am Nachmittag die Botschaft, auf die Haidar mit den Worten „Es ist ein Sieg für die saharouische Sache und die Justiz“ geantwortet haben soll. Trotz ihres schlechten Gesundheitszustands verlief die Reise ohne Zwischenfälle, und Haidar konnte noch am Abend des 17. Dezember in El Aaiún ihre beiden Kinder Hayat und Mohammed in die Arme schließen.

Die Westsahara-Aktivistin war am 16. November in einen Hungerstreik getreten, um das Recht auf die Wiedereinreise in ihre Heimat zu erzwingen. Aminatou Haidar war am 13. November von einer USA-Reise zurückgekehrt und hatte für die Einreise nach El Aaiún auf dem üblichen Formular das Feld „Nationalität“ freigelassen und bei „Adresse“ statt Marokko Westsahara angegeben. Die marokkanischen Behörden sahen dies als eine Provokation, entzogen ihr den Pass und verwiesen Haidar des Landes. Sie wurde im nächsten Flieger nach Lanzarote ausgeflogen, wo sie am Flughafen tags da­-­rauf ihren Hungerstreik begann.

Zurück im Kreis ihrer Familie und Freunde in El Aaiún hat Haidar nun versichert, ihren Kampf nicht aufzugeben und sich „bis zum Ende“ für die Befreiung der Westsahara einzusetzen. Ihre Anhänger jubelten ihr zu: „Aminatou – Mutter der Saharaouis!“

In ihrem Schreiben an alle Unterstützer erklärte Haidar, dass ihr nach ihrer Ausweisung nichts anderes übrig geblieben sei, „als den Weg der Würde einzuschlagen“. Ihr Dank galt ausdrücklich der Plataforma de Solidaridad, die für sie gegründet wurde, dem Robert Kennedy Center for Justice & Human Rights, den Freunden der Westsahara in aller Welt, den Friedensnobelpreisträgern, den Rechtsanwälten, Ärzten, Künstlern und Schauspielern, Schriftstellern, Lehrern und Studenten, internationalen Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch und allen anderen Personen, die sie in ihrem Kampf unterstützt haben. „Euch allen und auch denjenigen, die ich in dieser Aufzählung vergessen haben sollte, möchte ich zu dem Sieg in dem langen Kampf um meine Rückkehr gratulieren und meinen Dank aussprechen, in meinem und im

Namen des saharaouischen Volkes, das heute stolz darauf ist, den Kreis seiner Verfechter vergrößert zu haben“, schreibt Haidar und fügt hinzu, dass diese Unterstützung ihr Hoffnung gebe, um weiter noch mehr Druck auszuüben, damit die Saharouis, die als politische Gefangene in marokkanischen Gefängnissen inhaftiert sind, freigelassen werden und festgestellt wird, wo die Vermissten abgeblieben sind.




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