Hahnenkampf-Turnier: 182 Verhaftungen


Tierquälerei und hohe illegale Wetten – Hahnenkämpfe haben noch immer zahlreiche Anhänger. Foto: EFE

Die Nationalpolizei beendete die illegalen Kämpfe in einer Finca in Murcia und beschlagnahmte 300.000 Euro an Wettgeldern

Murcia – In einer Finca in Sangonera La Verde in der autonomen Region Murcia, haben Einsatzkräfte der Nationalpolizei ein illegales Hahnenkampf-Turnier beendet, und im Zuge dessen 182 Personen vorläufig festgenommen. Die hatten dort eine „nationale Meisterschaft“ dieses blutigen Sports abgehalten. Ihnen wird Tierquälerei und die Beteiligung an illegalen Wettgeschäften vorgeworfen.

Zahlreiche Polizisten in voller Schutzkleidung riegelten das Gelände ab bzw. betraten die Arena, um die Kämpfe zu beenden. Auf der Videoplattform Youtube gibt es unter dem Titel „Macro redada contra las apuestas ilegales de peleas de gallos en Murcia“ ein Video der Polizei von diesem Einsatz.

Im Zuge der Operation wurden 97 lebende und sechs tote Hähne vorgefunden, sowie 300.000 Euro an Wettgeldern und verschiedene Dokumente, die von der Durchführung illegaler Wetten zeugen, beschlagnahmt. Darüber hinaus entdeckten die Polizisten 87 Marihuana-Pflanzen und stellten Dopingsubstanzen für die Tiere und Sporen und Klingen, mit denen die Hähne in den Kämpfen bestückt werden, sicher.

Die Einsatzkräfte setzten sich aus Mitgliedern der Spezialeinheiten GEO (Grupo Especial de Operaciones), GOES (Grupos Operativos Especiales de Seguridad) von Valencia und Barcelona sowie dem Umwelt- und dem Glücksspieldezernat der Kriminalpolizei von Murcia zusammen. Letztere hat die Ermittlungen gegen die Hahnenkämpfe eingeleitet.

Auf der Finca, die Schauplatz der Ereignisse war, hatte der Eigentümer eine Hahnenkampfarena errichtet, und an der Veranstaltung nahmen Züchter aus ganz Spanien teil. Im Jahr 2011 gab es auf demselben Anwesen aus den gleichen Gründen schon einmal eine Razzia. Damals waren 134 Personen spanischer, kolumbianischer und ecuadorianischer Nationalität festgenom­men worden, als sie am „Millionenkampf“ teilnahmen, bei dem 700.000 Euro und eine Handfeuerwaffe sichergestellt wurden.

Die Polizei erklärte in einer Pressemitteilung, das Abhalten von Hahnenkämpfen erfülle den Tatbestand der Tierquälerei und zwar in einem besonders schweren Fall, wenn die Hähne dabei verletzt oder gar getötet werden. Weiter heißt es, dass bei Turnieren dieser Art in großem Stil illegale Wetten platziert werden, gelegentlich auch im Beisein von Minderjährigen, und dass die Hähne mit Metallsporen versehen oder auch mit Drogen gedopt werden, um sie aggressiver und ausdauernder zu machen.




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