Hacker verunstalteten PP-Website


„Eine antidemokratische und radikale Attacke“

Vor Hackern sind auch die Parteien nicht mehr sicher. Das hat die Direktion der Partido Popular von Valencia jetzt am eigenen Leibe bzw. auf der eigenen Website erfahren müssen.

Valencia – Ein Hacker, der ganz offensichtlich über die zahlreichen Korruptionsfälle innerhalb und außerhalb der regionalen Regierung erbost ist, hat durch „tiefgreifende Änderungen“ auf der Seite seine Meinung kundgetan. Dort erschien statt des üblichen Inhalts ein Plakat mit dem Foto des Regierungspräsidenten von Valencia, Francisco Camps, mit dem Text „Wanted. Only alive“. Im weiteren Text wird Camps zum Rücktritt aufgefordert und ebenso wie weitere Parteimitglieder, die in den Korruptionsfall Gürtel verstrickt sind, als Lügner bezeichnet.

„Ihr behandelt uns wie Idioten und lügt in den Nachrichten. Dabei ist es Eure Pflicht, uns zu informieren“, war der an die Adresse des regionalen Fernsehsenders Canal 9 gerichtete Vorwurf. In dieser Form ging der Informatik-Pirat, der sich Krono nennt, mit den PP-Politikern noch weiter ins Gericht.

Die Seite war fast während eines ganzen Tages einzusehen, bis die PP sie schließlich vorübergehend schließen konn­te und nur noch die Fehlermeldung erschien. Über Google war sie allerdings noch weiterhin zugänglich.

Alfonso Rus, PP-Präsident der Provinz Valencia, bezeichnete den Anschlag als antidemokratische und radikale Attacke und kündigte eine Anzeige wegen eines Informatik-Deliktes bei der zuständigen Institution an. Partido Popular werde derartige Handlungsweisen nicht dulden, die gegen das Recht auf freie Mei­nungsäußerung seiner Par­tei und aller politischen Gruppen verstoßen, die ihre Ansichten innerhalb des demokratischen Rahmens zum Ausdruck bringen.




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