Grüne Smoothies sind nicht unbedingt gesund


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Die Verbraucherschutzorganisation OCU warnt vor übermäßigem Konsum

Madrid – Wie ganz allgemein, ist auch bei den neuen Ernährungsformen und Produkten Vorsicht geboten, sowie maßvoller Konsum. Die Verbraucherschutzorganisation OCU warnt, dass Produkte wie Aloe Vera- Saft, Algen, rohe Shiitake-Pilze oder Getränke, denen eine entgiftende Wirkung nachgesagt wird (Detox), nicht im Übermaß konsumiert werden dürfen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBL) warnt sogar, dass die Auswirkungen bestimmter Nahrungsmittel auf die Gesundheit und die Giftigkeit ihrer Bestandteile noch nicht hinreichend untersucht worden seien. Ileana Izverniceanu von der OCU meint, der Konsum sollte nur sporadisch sein.

Aufgrund des Trends zu mehr Gesundheit und der Lawine neuer, vielversprechender Produkte hat OCU anhand der Erkenntnisse von EREN, einem Netz der EBL, die Risiken in der Lebensmittelkette nachweist, eine Studie erstellt. Dabei weist OCU darauf hin, dass es sich um in unseren Breitengraden teilweise neue Lebensmittel oder Produkte handelt, über deren möglicherweise toxische Eigenschaften oder grenzwertige Konsummengen noch nicht genügend Ergebnisse vorliegen.

Verbraucherschützer führen als Beispiel Aloe Vera in Form von Saft oder Nahrungsergänzungsmitteln an. Der Stoff Aloin kommt in Aloe Vera vor, hat abführende Wirkung und kann bei exzessivem Konsum giftig sein. Allerdings weiß man noch nicht, bei welcher Menge Aloin tatsächlich gefährlich wird.

Die OCU hat auch die „grünen“ Shakes und Säfte unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die nachgesagte entgiftende Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen sei. Die Experten warnen, dass beispielsweise Spinat oder bestimmte Kohlsorten Oxalsäure enthalten, die in hohen Konzentrationen Nierenschäden verursachen kann. Beim Kochen geht der Oxalsäure-Gehalt jedoch zurück. Die OCU weist zudem auf hohe Nitrat-Konzentrationen hin. Alba Santaliestra vom Ernährungsrat von Aragonien rät, Obst und Gemüse immer im Ganzen zu konsumieren. Die neuartigen Säfte sollten hingegen nur einmal in der Woche konsumiert werden. Jesús Román, Präsident der Spanischen Vereinigung für Diätethik und Ernährungswissenschaften, sieht keinen Grund zur Sorge. In Spanien hätten diese Produkte in der gewöhnlichen Ernährung nur einen „lächerlichen“ Anteil. Es gebe keine Gefahr für die Gesundheit. Alle nahrungsergänzenden Produkte sollten nur sporadisch verzehrt werden. Aloe Vera sei nicht vorteilhaft für alles, aber auch nicht gefährlich, solange es moderat eingenommen werde.

Die Sorgen der OCU seien real, würden jedoch keine „Probleme der Lebensmittelsicherheit“ darstellen, versichert die EBL, die darauf hinweist, ihre Aufgabe sei es, gesundheitliche Risiken von Lebensmitteln zu untersuchen und die Behörden über deren Vorhandensein zu informieren, damit diese die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können.

Die OCU betont, dass es in Frankreich „eine wachsende Anzahl“ von Fällen mit Dermatitis gegeben habe, die auf den Konsum von rohen oder nur leicht gekochten Shiitake-Pilzen zurückzuführen waren. Ein exzessiver Konsum von Algen könne die Jod-Toleranzgrenze von Westeuropäern übersteigen. Santaliestra erklärte, wir Westeuropäer würden die asiatische und insbesondere die japanische Lebensweise und Ernährung als gesund ansehen und zur Nachahmung tendieren, dabei gäbe es kaum Studien über die Auswirkung mancher für uns neuer Lebensmittel.

Die Verbraucherschützer warnen auch vor hochkonzentrierten Extrakten von Grünem Tee, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und als besonders wirkungsvolle Antioxidantien angepriesen werden. Sie beinhalten hohe Dosen an Catechinen, die die Grenzwerte von 800 mg am Tag überschreiten, was zu Leberschäden führen kann.




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