Größerer Schutz für Hausangestellte


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Entsprechender Gesetzentwurf in Vorbereitung

Etwa 600.000 Hausangestellte gibt es in Spanien. Die meisten sind Frauen und Immigratinnen. Obwohl in den Registern der spanischen Sozialversicherung (Seguridad Social) nur etwa 300.000 verzeichnet sind, gehen Experten sowie offizielle Schätzungen davon aus, dass mindestens doppelt so viele Frauen ihren Lebensunterhalt auf diese Art verdienen.

Madrid – Im Gegensatz zu den meisten anderen Berufen, ist der Tätigkeitsbereich der Hausangestellten jedoch in Spanien noch so gut wie gar nicht gesetzlich geregelt.

Das soll sich nun ändern. Die sozialdemokratische Regierung bereitet derzeit einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, durch den die meist in der Schattenwirtschaft tätigen Frauen in den legalen Bereich geholt und somit auch besser geschützt werden können.

Bislang sind die Arbeitgeber von Hausangestellten nur zur Leistung von Sozialbeiträgen verpflichtet, wenn diese über 20 Stunden pro Woche bei ihnen arbeiten. Sollte eine Hausangestellte also, wie es häufig der Fall ist, gleich in mehreren Haushalten arbeiten, ist sie diejenige, die 146 Euro im Monat an die Seguridad Social bezahlen muss, sofern sie über 18 Stunden wöchentlich arbeitet und ein Minimum an Legalität haben möchte. Alle sonstigen Möglichkeiten fallen gänzlich aus dem gesetzlichen Rahmen.

Als ersten Schritt will die Regierung nun stufenweise die für Hausangestellte geltende Sonderregelung für Beitragsleistungen abschaffen und sie in die allgemeine Sozialversicherung integrieren. Damit werden sie auch erstmalig Recht auf Leistungen wie Arbeitslosenunterstützung, bezahlten Urlaub und Rente erhalten. Außerdem soll auch die Möglichkeit abgeschafft werden, dass ein Vertrag nur auf verbaler Absprache basiert.

Das Gesetz soll noch vor Ende dieser Legislaturperiode verabschiedet werden, was voraussichtlich im März nächsten Jahres sein wird.




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