Goldminenaktien kämpfen mit massiven Verlusten


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Seit Beginn des Jahres haben Goldminenaktien über 20 % an Wert verloren. Hat Gold also seine Funktion als Absicherung für Anleger verloren? Goldaktien sind eine seltene Erscheinung im Rohstoffsektor und verzeichnen aus mehreren Gründen beeindruckende Erfolge.

Erstens sind die Fundamentaldaten dieses Metalls einzigartig und zweitens besitzen sie eine Eigenschaft, die als Hebelwirkung bekannt ist, d. h. Goldaktien profitieren vom gestiegenen reinen Goldpreis stärker bzw. sind bei einem Fall des Goldpreises auch stärker von Verlusten geprägt. Um diese Hebelwirkung zu veranschaulichen: Gold stieg vom 2. Januar 2001 bis zum   2. Januar 2008 im Wert um 212%. Der Amex Gold Bugs Index (der wichtigste Goldminen-Index) stieg in dieser Zeit um 937 %. Seit Anfang des Jahres ist Gold auf US-Dollar-Basis um 2 %, der Goldminen-Index jedoch um 21 % gefallen.

Bei den Rohstoffmärkten hatten wir es in der Vergangenheit immer mit langfristigen Preiszyklen und nicht mit Konjunkturzyklen zu tun. So wurde der höchste Stand der Rohstoffpreise real im Jahr 1974, nominal jedoch 1980 gemessen. Ab da ist das Preisniveau gefallen. Seit 2001 steigen die Rohstoffpreise hingegen wieder, wir befinden uns in einem neuen Zyklus. Dieser wird wahrscheinlich, wie auch in der Vergangenheit, zwischen 15 und 25 Jahre dauern. Dennoch werden die Rohstoffpreise auch in diesem Zeitraum Schwankungen unterliegen. Mit Bezug auf Gold bedeutet dies, dass Goldaktien stärker schwanken werden als Gold selbst. Wir glauben dennoch, dass sich Goldminenaktien auch zukünftig im selben Preiszyklus wie die Rohstoffmärkte im Allgemeinen bewegen werden, also sich nach einem anderen Zyklus bewegen werden als „normale“ Aktien.

Zurzeit lässt sich das Geschäft mit der Finanzierung von Explorationsprojekten extrem schlecht an. Es hat den Anschein, als hätten sich nicht nur Banken, sondern auch viele private Investoren aus dem Finanzierungsgeschäft für Explorationsgesellschaften zurückgezogen. Gerade in diesem Sektor sind die Investitionen nicht nur hoch, sondern aufgrund der unzähligen Risikofaktoren auch heikel: Zwischen dem Fund eines Vorkommens bis zur Ausbeutung einer Mine können je nach Land, Metallart, politischen Umständen, der Gesetzgebung, den Umweltschutzrichtlinien und so weiter zwischen sieben und zehn Jahre vergehen. Die ersten Erträge für den Investor fließen also erst nach vielen Jahren. Die gegenwärtige Zurückhaltung bei den Investitionen bedeutet, dass die Produktion langfristig kaum steigen wird, denn die großen Bergbauunternehmen vermögen bereits heute kaum, ihre täglich abgebauten Erze durch neue Funde zu ersetzen. Daher ist es selbst bei einem langsamen Wachstum der Weltwirtschaft nur eine Frage der Zeit, bis die Nachfrage die Preise weiter steigen lassen wird. Aus diesem Grund ist es bei einer Investition in Rohstoffe oder Rohstoffaktien so wichtig, über einen langfristigen Zeithorizont zu verfügen und Kursschwankungen auszuhalten.

Kurzfristig könnte sich der Preis von Gold jedoch wieder positiv entwickeln. Denn die Goldnachfrage unterliegt auch starken saisonalen Schwankungen. Die stärkste Nachfrage nach Gold gibt es in den Monaten September, Oktober, November und Dezember. Dies ist durch vier Faktoren begründet: die Geschenkezeit in den westlichen Kulturen, die Ernte- und Hochzeitssaison in Indien, die religiösen Feiertage in den USA sowie das chinesische Neujahrsfest im Januar oder Februar.

Es spricht also einiges dafür, dass wir demnächst wieder steigende Kurse sehen werden. So bietet der jüngste Kursverlust im Goldsektor (derzeit ca. 800 $ gegenüber 1.000 $ im März 2008) für den langfristig orientierten Anleger eine gute Möglichkeit, den Goldanteil im Portfolio anzupassen oder sich für ein erneutes Anziehen des Goldpreises zum Jahresende neu zu positionieren. Die Experten von Bank Credit Analyst (BCA) sind überzeugt, dass der Goldpreis trotz des niedrigen Ölpreises und der Erholung des Dollars bald wieder gewinnen wird. Sie erwarten einen fairen Goldpreis um die 925 $ mit steigender Tendenz.

Aber wie immer warnen wir davor, alles auf eine Karte zu setzen. Bei einer erfolgreichen Anlage gilt immer der Grundsatz der Diversifikation. Halten Sie in diesem schwierigen Marktumfeld diszipliniert an Ihrer Anlagestrategie fest. Nutzen Sie die Schwäche des Goldpreises, um Ihren Anteil an Goldminenaktien durch Zukäufe wieder auf den geplanten Portfolioanteil aufzustocken.

Mehr Informationen?

Am 14. November 2008 findet für unsere geladenen Gäste in Puerto de la Cruz im Hotel Garoe ein privater Vortrag statt. Haben Sie Interesse? Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon.




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