Getränkesteuer verärgert die USA


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Warnung an die katalanische Regierung

Die katalanische Regierung plant eine Steuer auf gezuckerte Getränke, unter anderem um Diabetes und Übergewicht entgegenzuwirken. Ein Aufschrei vonseiten der Getränkeindustrie war zu erwarten.

Madrid/Barcelona – Interessant ist es, zu beobachten, wie die Gesetzesinitiative auch an allerhöchster Stelle ernst genommen wird. Sogar der Botschafter der USA in Madrid, Alan D. Solomont, hat sich der Sache angenommen und ist mit dem katalanischen Regierungschef Artur Mas zusammengetroffen. Diesem übermittelte er die Ablehnung der beiden großen US-amerikanischen Getränkehersteller Coca-Cola und Pepsi, die sich 70% des Marktes für Erfrischungsgetränke teilen. Diese sehen die Abgabe als diskriminierend an und warnen davor, dass sie die Investitionsbereitschaft dieser Firmen in Katalonien beeinträchtige.

Die katalanische Regierung geht davon aus, dass die Steuer jährlich 30 Millionen Euro einbringen wird. Doch es ist weniger die Höhe der Abgaben, die Coca-Cola und Pepsi kritisieren, sondern die Tatsache, dass sie für die wachsende Zahl Übergewichtiger in der Gesellschaft verantwortlich gemacht werden sollen. Dagegen wehren sie sich mit allen Mitteln. Die US-Botschaft wendet sich gegen „diskriminierende“ Steuern, die Verunsicherung hervorrufen und Investoren verschrecken würden. Sie befürchtet, dass das Image der Erfrischungsgetränke geschädigt wird und warnt davor, dass die Maßnahme ein schlechtes Licht auf die katalanische Regierung werfen würde. Diese zeigt sich bisher jedoch wenig beeindruckt von dem Protest aus den Vereinigten Staaten.

Das Problem der Steuern auf gezuckerte Getränke ist nicht neu für Pepsi und Coca-Cola, denn auch in den USA gibt es vereinzelt schon Abgaben dieser Art, beispielsweise in der Stadt New York.




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