Gesundheitsministerium will natürliche Geburt fördern


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In Spanien werden „ungerechtfertigt“ viele Kaiserschnitte durchgeführt

Spanien hat eine der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Gleichzeitig ist der Moment der Geburt, den Gesundheitsminister Bernat Soria als einen „der glücklichsten“ eines Lebens bezeichnete, hierzulande jedoch so sehr bestimmt von medizinischem Protokoll und völliger Medikalisierung, dass die Frauen diesen Moment häufig als „kalt und distanziert“ empfinden.

Madrid – Ungerechtfertigt viele Kaiserschnittsentbindungen (in Spanien werden doppelt soviele Kaiserschnitte durchgeführt als die Weltgesundheitsorganisation für ratsam hält), überflüssige Praktiken aller Art, für die Frauen unangenehme Gebärpositionen und ungerechtfertigt viele Dammschnitte sind einige der Prozeduren, denen die Gebärenden in spanischen Krankenhäusern automatisch unterzogen werden, egal ob es ihr Zustand verlangt oder nicht. So erleben viele Frauen die Geburt als „feindlich“ und einen Moment „ohne jegliche Intimität“.

Mit Argumenten wie diesen begründete Gesundheitsminister Soria die jüngste Initiative seines Ressort: die aktive Förderung der natürlichen Geburt in Spanien. Bei dem kürzlich verabschiedeten Text gehe es nicht darum, irgendwelche zahlenmäßigen Ziele zu erreichen. Die autonomen Regionen verpflichten sich vielmehr dazu alles daranzusetzen, dass, unter Wahrung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen, die Gebärenden entscheiden können, wie sie ihre Kinder auf die Welt bringen wollen. Dabei soll „unnötige Medikalisierung“ nach Möglichkeit vermieden werden.

„Wir werden den Regionalregierungen nicht vorschreiben, was sie diesbezüglich zu tun haben“, meinte Soria wörtlich. „Sollte es jedoch ratsam sein, Badewannen für eine leichtere Eröffnungsphase einzuführen, dann wird das eben gemacht.“




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