Gesprächsrunden mit 15 Parteien


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König Felipe hatte die Konsultationen auf eine Woche konzentriert

Um einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu beschleunigen, in der sich die Politik zurzeit befindet, hat König Felipe die Gespräche, die er mit allen 15 im Parlament vertretenen politischen Gruppen zu führen hatte, auf eine einzige Woche konzentriert. Von Montag, dem 18. bis Freitag dem 23. Januar hatte er für jeden Tag die Vertreter von drei Parteien eingeladen.

Die Partei, welche bei den Wahlen am 20. Dezember die wenigsten Sitze erreicht hat, in diesem Fall Nueva Canaria, war als erste an der Reihe, gefolgt von Foro de Asturias und der Kanarischen Koalition CC-PNC. In ansteigender Folge, nach der Anzahl der Abgeordneten, defilierten im Zarzuela-Palast die Repräsentanten der politischen Parteien, um ihre Position über eine mögliche Kandidatur darzulegen. Dieser Rangfolge entsprechend waren Noch-Präsident Rajoy und Sozialistenführer Pedro Sánchez am Freitag die letzten Gäste.

Die Gespräche mit seinen Besuchern haben bei dem Monarchen offenbar nicht den Eindruck erweckt, dass eine Einigung in greifbarer Nähe sei, denn mit den Worten „wahrscheinlich werden wir uns noch einmal wiedersehen“, hatte er sich von einzelnen Besuchern verabschiedet.

Der Vertreter von Nueva Canarias, Pedro Quevedo, erklärte nach seinem Gespräch mit dem König, dieser sei sich der Tatsache bewusst, dass das derzeitige Szenario möglicherweise zu einem Scheitern der Verhandlungen führen könne, und offenbar halte auch er Neuwahlen nicht für ausgeschlossen.

Die Krone befindet sich in einer ungewöhnlichen Situation, seit 1978 die Verfassung erneut in Kraft getreten ist. Logischerweise muss König Felipe den Kandidaten mit der Regierungsbildung beauftragen, der die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte, und das ist Mariano Rajoy. Doch der verfügt alleine nicht über die erforderliche Mehrheit, genau wie die übrigen Parteien. Zum ersten Mal in der Geschichte der spanischen Demokratie existiert die realistische Option eines zweiten Aspiranten, dessen Erfolg jedoch auch nicht garantiert ist.




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