Gesetz für mehr Gleichstellung der Geschlechter


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Regierung geht mit gutem Beispiel voran

Ganz gleich welchen Bereich des gesellschaftlichen, beruflichen oder familiären Umfelds in Spanien man unter die Lupe nimmt, bis zur wirklichen Gleichstellung von Mann und Frau ist es noch ein weiter Weg.

Madrid – Bereits im Vorfeld zum Weltfrauentag am 8. März waren die Medien voll von Berichten, Statistiken und Untersuchungen, die das immer noch herrschende Ungleichgewicht im grellsten Licht erscheinen ließen. So verdienen Frauen in Spanien im Durchschnitt 40% weniger als ihre männlichen Kollegen in gleicher Anstellung. Und während 380.000 Frauen jährlich ihren Job zugunsten der Familie aufgeben, wird dasselbe nur von 14.500 Männern gewagt.

Doch die sozialistische Regierung hatte schon in weiser Voraussicht gehandelt und brachte am 3. März einen Gesetzentwurf auf den Weg, durch den die Rolle der Frau in Politik und Geschäftswelt gestärkt und Männer mehr ins Familienleben und den Haushalt einbezogen werden sollen. Erklärtes Ziel ist es also, dass die gesetzlich bestehende Gleichstellung von Mann und Frau mit Hilfe des Gesetzes endlich auch den Weg ins wirkliche Leben finden soll.

Dass sich ausgerechnet diese Regierung so entschieden dieses Problems annimmt, überrascht kaum. Schließlich ist das derzeitige Ministerkabinett die einzige spanische Institution, in der mit acht Ministern und acht Ministerin–   nen absolute Gleichstellung herrscht.

Dieses Gleichgewicht soll nun auch in allen anderen Bereichen Pflicht werden. So ist unter anderem vorgesehen, dass Frauen in allen Wahllisten zu mindestens 40% vertreten sein müssen. Unternehmen mit mehr als 250 Mitabeitern sind außerdem dazu verpflichtet, beispielsweise auf Tarifebene eigene Pläne zum Schutz vor Geschlechter-Diskriminierung auszuarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist aber auch die Einbeziehung der Männer in das Familienleben. So sieht der Entwurf unter anderem vor, dass Männern 10 volle Tage oder 18 halbe Tage Vaterschaftsurlaub unabhängig vom dem der Mutter zustehen.

Der Gesetzentwurf muss noch vom Parlament bestätigt werden, doch wenn alles nach Plan läuft, könnte das Gesetz schon Anfang 2007 in Kraft treten.




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