Geschwindigkeitsüberschreitungen füllen die Kasse


Die Verkehrsbehörde nahm 392 Millionen Euro durch „multas“ ein

Geldstrafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung, die aufgrund von Radaraufnahmen verhängt werden, machen 33 % aller Geldstrafen aus, die 2014 von der Verkehrsbehörde Dirección General de Tráfico (DGT) kassiert wurden.

Vor zwei Jahren lag dieser Prozentsatz noch bei 29,7. Und der Trend ist weiterhin steigend. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lag der Anteil der Strafen durch Radaraufnahmen schon bei 48% der Gesamteinnahmen. Im vergangenen Jahr nahm die DGT durch jegliche Art von Verkehrsstrafen die enorme Summe von 392 Millionen Euro ein. 

129,6 Millionen Euro hat die DGT von Autofahrern kassiert, welche wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen von den Radaranlagen „erwischt“ wurden. Das gab María Seguí, die Generaldirektorin der Behörde, bekannt. Diese Verstöße seien ständig im Steigen, während die Zahl der erwischten Alkoholsünder rückläufig sei. Die Strafen wegen Alkohol am Steuer beliefen sich 2013 auf rund 124 Millionen Euro, im Vorjahr lag dieser Betrag bei 120 Millionen. Die Statistik der DGT zeigt eindeutig auf, dass die Strafen wegen überhöhter Geschwindigkeit fortwährend steigen. 

Von Januar bis März dieses Jahres hat die Behörde bereits  32,8 Millionen Euro von den Autofahrern kassiert, welche  schneller gefahren sind als erlaubt, bzw. 48,56% der Gesamtsumme der Strafen in Höhe von 67,5 Millionen Euro.

Die Generaldirektion für Verkehr sieht in der allgemeinen Zunahme des Verkehrsaufkommens den Hauptgrund für den Anstieg der „multas“ im ersten Quartal dieses Jahres. „Zwar konnten wir noch nicht genau analysieren, ob der neue Plan für Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen Radargeräten, der in diesem Zeitraum eingeführt worden ist, entsprechende Auswirkungen hatte“, erklärte María Seguí bei einer Informationsrunde vor dem Parlament. Im Februar hatte sie angekündigt, ein neuer Plan sehe vor, dass die mobilen Radargeräte bevorzugt auf Straßen zweiter Ordnung aufgestellt werden sollen, wo sich offenbar die meisten Raser tummeln.

Diese Entscheidung habe dazu geführt, dass die Zahl der Anzeigen um sage und schreibe 81% zugenommen hat, nachdem im gesamten Staatsgebiet Hunderte von mobilen Radargeräten aufgestellt worden sind.

Nach den Daten, welche die DGT vorgelegt hat, wurden die höchsten Strafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Provinz Teruel verhängt – 21.265 Euro pro Tausend Einwohner. In Almería leben offenbar die vorsichtigsten Fahrer, denn dort kommen auf Tausend Einwohner lediglich 1.116 Euro Strafgeld für Geschwindigkeitsüberschreitungen.

In der Provinz Las Palmas de Gran Canaria wurden 2.961 Euro pro Tausend Einwohner wegen Geschwindigkeitsüberschreitung kassiert, in der Provinz Teneriffa lediglich 1.728 Euro pro Tausend.




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