Garoña steht vor dem endgültigen Aus


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Aus finanziellen Gründen

Die Kontroverse um Spaniens ältestes Atomkraftwerk Santa María de Garoña (Burgos) scheint jetzt ein Ende zu haben – Industrieminister José Manuel Soria kündigte Ende Juni die endgültige Schließung zum 6. Juli an.

Madrid – Garoña sollte ursprünglich in diesem Jahr, nach einer Lebensdauer von 42 Jahren, den Betrieb einstellen. Doch als Mariano Rajoy Ende 2011 an die Regierung kam, verlängerte er die Lebensdauer bis 2019. Doch dann machte der Rat für nukleare Sicherheit CSN der Exekutive einen Strich durch die Rechnung und schrieb enorme sicherheitstechnische Investitionen vor. Die hierfür notwendigen hundert Millionen Euro plus die von Soria geplante Steuer auf atomare Abfälle waren den Eigentümern Endesa und Iberdrola eindeutig zu viel – sie koppelten Garoña im Dezember vom Netz ab. Beide Stromkonzerne schienen unentschieden; mal hieß es, sie wollten den Antrag auf Laufzeitverlängerung stellen, dann wieder, der Betrieb würde nur finanzielle Verluste mit sich bringen. Nun erkärte der zuständige Minister Soria im Abgeordnetenkongress, alle Fristen seien inzwischen verstrichen, man könne keine weitere Verlängerung gewähren, und so werde Garoña per Ministerialerlass am 6. Juli offiziell und endgültig geschlossen.

Das bedeutet die Einleitung einer zweijährigen Übergangsphase, an deren Ende die Demontage stehen wird. Falls sich Endesa und Iberdrola dann doch anders entscheiden sollten, müsste sich Garoña allen Eignungstests eines neuen Atomkraftwerks unterziehen. Da die derzeitigen Investitionskosten schon als zu hoch abgelehnt wurden, kann davon jedoch nicht ausgegangen werden. Allerdings könnte der CSN bei den Zulassungs-Bedingungen noch Abstriche machen, schließlich wurde Garoña aus finanziellen Gründen vom Netz genommen.

Die 280 Angestellten jedenfalls halten an der Hoffnung fest, dass es für Garoña ein morgen gibt, wie sie der Nachrichtenagentur Efe mitteilten.




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