Für Justizflüchtlinge kommt Spanien als Unterschlupf nicht mehr infrage


Guardia Civil präsentierte Fahndungserfolge

Luis Peláez, Vertreter der Kriminalpolizei, präsentierte im Januar einen Bericht der Guardia Civil, aus dem hervorgeht, dass es Justizflüchtige in Spanien schwer haben. So gelang es der Guardia Civil im vergangenen Jahr, 8.952 von der Justiz gesuchte Personen dingfest zu machen, darunter 84 mit internationalem Haftbefehl.

Madrid – Zu den spektakulärsten Fahndungserfolgen gehört die Festnahme von Franco Cimmino im Juni vergangenen Jahres auf Mallorca. Dem von den italienischen Carabinieri gesuchten Camorra-Mitglied wird Geldwäsche und Drogenhandel vorgeworfen.

Ende August ging den Fahndern am Madrider Flughafen Barajas ein weiterer „großer Fisch“ ins Netz. Der Kolumbianer Jaime Antonio Mandujano Eudabe wurde in Gemeinschaftsarbeit mit der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA), der Strafverfolgungsbehörde für Betäubungsmitteldelikte, festgenommen, bevor er in ein Flugzeug steigen konnte. Dem Mitglied des mexikanischen Sinaloa-Kartells wird Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen.

Die Zusammenarbeit der spanischen und der US-amerikanischen Behörden spielte auch bei der Festsetzung von Negor Mosquera vom Urabeños-Clan, der bestorganisierten paramilitärischen Gruppe Kolumbiens, eine große Rolle, der ebenfalls von den USA wegen Drogenhandels gesucht wurde. Mosquera wurde in einer Madrider Luxusvilla festgenommen, für die er monatlich eine Miete von 4.500 Euro zahlte.

Mit Simitry Zavyalov ging der Guardia Civil im vergangenen Jahr der gewalttätigste und gefährlichste der flüchtigen Verbrecher ins Netz. Dem Russen werden 33 Morde vorgeworfen. In Gemeinschaftsarbeit mit Interpol wurde Zavyalov in Girona festgenommen.

Nach den Angaben von Peláez waren es jedoch nicht nur international gesuchte Schwerverbrecher, denen die Guardia Civil die Handschellen anlegen konnte, sondern auch normale, von der Justiz gesuchte Personen. Der Kriminalbeamte erklärte, für immer mehr internationale Verbrecher würde dank der erfolgreichen Arbeit der Fahnder Spanien als Unterschlupf nicht mehr infrage kommen.

Peláez wies auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hin, die es ermöglicht habe, dass vier der zehn in Spanien meistgesuchten Justizflüchtigen festgenommen werden konnten. Dabei handelte es sich um den vermeintlichen Sexualstraftäter und Vergewaltiger Juan Monteagudo Mármol, den Rumänen und vermeintlichen Mörder Vasile Lupu, den Venezolaner und Drogenhändler Gabriel Alejandro Reyes Beltrán sowie die Paraguayerin Laura Espínola Ojeda, der Mord vorgeworfen wird.




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