Für „den Chef“ bis ans Ende der Welt


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José María Aznars ehemalige Minister sind „stolz“ auf all seine Entscheidungen, inklusive Irak-Krieg

Getreu der Devise „Wie mache ich meine Zeit als Minister zu [noch mehr] Geld“ hat nun auch der ehemalige, konservative Verteidigungsminister Federico Trillo ein Buch geschrieben.

Madrid – Im Rahmen der offiziellen Vorstellung seines Werks mit dem oportunen Titel Memoría de entreguerras („Erinnerungen an die Zwischenkriegszeit“) am 25. November in einem Madrider Hotel kam unweigerlich auch das Thema José María Aznar zur Sprache. Sowohl Trillo als auch seine Parteigenossen und ehemaligen Ministerkollegen Mariano Rajoy und Rodrigo Rato, die ihn bei seiner ungewohnten Aufgabe unterstützen sollten, bewiesen diesbezüglich ihrem damaligen Chef, Ex- Ministerpräsident Aznar, uneingeschränkten Rückhalt.

Die Zeit unter José María Aznar erfülle sie mit „großem Stolz“ (O-Ton Rajoy), „Ehrfurcht“ (O-Ton Trillo) und stelle eine „intensive, aufregende Etappe“ (O-Ton Rato) in ihrem Leben dar.

Außerdem stünden sie mit voller Überzeugung hinter sämtlichen Entscheidungen, die Aznar in seiner Zeit als spanischer Regierungschef getroffen habe, inklusive die umstrittene Beteiligung Spaniens am Irak-Krieg sowie die Handhabung der so genannten Yak-42-Krise, als bei dem Absturz eines überalterten und unzureichend gewarteten Flugzeuges 62 spanische Soldaten ums Leben gekommen waren.

Rajoy, heute PP-Chef, fasste den Inhalt des Buches als die „Geschichte der Zeit“ zusammen, „in der die PP in absoluter Mehrheit“ regierte und „schwere Entscheidungen“ treffen musste.

Keiner der drei PP-Spitzenmänner kommentierte jedoch mit nur einem Wort die Tatsache, dass die Beteiligung Spaniens am Irak-Krieg – eine Entscheidung, die José María Aznar gegen den Willen der Mehrheit der spanischen Bevölkerung getroffen hatte – letztendlich mit zur niederschmetternden Wahlniederlage am 14. März 2004 führte.




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