Fünf Euro für ein Kruzifix


Ein Atheisten-Verband belohnt die Entfernung von religiösen Symbolen aus dem öffentlichen Raum

Ein Atheisten-Verband aus Valencia hat sich die Umsetzung der in der Verfassung festgelegten Konfessionslosigkeit des Staates auf die Fahnen geschrieben. Eine Aktion mit dem Motto „Hänge ein Kruzifix im öffentlichen Dienst ab“ soll „rationale und wirtschaftliche Anreize“ für die Einhaltung dieses Prinzips in Schulen, Krankenhäusern, Polizeistationen, Gerichten und Rathäusern geben.

Valencia – Fünf Euro sollen für jedes von der Wand genommene Kreuz gezahlt werden. Für die Aktion stehen insgesamt 2.500 Euro zur Verfügung, und man hofft, so 500 religiöse Symbole aus öffentlichen Einrichtungen entfernen zu können.

„Wir möchten die religiösen Symbole an ihren natürlichen Platz, die Kirchen und Klöster, zurückbringen“, erklärt der Präsident des Verbandes. „Die Kruzifixe, die wir einsammeln, werden zu religiösen Institutionen gebracht, wo sie hingehören.“

Ob die Kampagne Erfolg haben wird, lässt sich schwer voraussagen. Nur die Leiter der jeweiligen öffentlichen Einrichtung hätten das Recht, die Kreuze von der Wand zu nehmen. Die religiösen Symbole, die in dieser Aktion eingesammelt werden, müssen aus einer valencianischen Behörde oder Institution stammen, und es soll an derselben Stelle kein neues aufgehängt werden. Dies lässt sich naturgemäß nicht überprüfen, wie der Atheisten-Verband einräumt.

Der Verband tritt für die Umsetzung der Trennung von Staat und Kirche ein. Jeder könne doch die Symbole und Schriften seiner Religion überallhin mitnehmen, es sei nicht nötig, diese von öffentlicher Seite zur Verfügung zu stellen. Einen objektiven Zweck würden sie im öffentlichen Raum nicht erfüllen. Gerichtlich sei die Entfernung religiöser Symbole längst schon angeordnet worden, doch vor allem im ländlichen Raum seien sie weiterhin in Gebrauch.

In anderen Gerichtsurteilen wurde demgegenüber auch schon festgestellt, dass das Vorhandensein von Kreuzen das Recht der Eltern auf eine freie Erziehung ihrer Kinder nicht verletze.




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