Freixenet wird beiderseitig boykottiert


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Unternehmenspräsident „outet“ sich als Katalane und Spanier

Freixenet-Präsident Josep Lluís Bonet hat einen auf seine Stellungnahme zum katalanischen Unabhängigkeitsprozess beruhenden Boykott des weltweit renommierten Sekts eingestanden.

Barcelona – Bonet hatte im Interview mit „The New York Times“ erklärt, bei Katalonien handele es sich um einen „essenziellen Teil Spaniens“. Mit der Äußerung, Freixenet sei „ein katalanisches und somit ein spanisches Unternehmen“ entsetzte er die Unabhängigkeitskämpfer Kataloniens. Doch Bonet bestand auf seiner Meinung und erklärte, es gäbe viele Katalanen, die eben „nur Katalanen“ sein wollen, und viele  – „wie ich selbst“, die auch Spanier sein möchten.

Nun gab der Firmenpräsident zu, dass seine Äußerungen zu einem Boykott der Marke Freixenet geführt hätten, und zwar nicht nur in Katalonien sondern in ganz Spanien. In Katalonien würden die Nationalisten Freixenet wegen seiner Meinungsäußerung abstrafen, im Rest des Landes würde die Marke boykottiert, weil es sich um ein katalanisches Unternehmen handele, so Bonet.

Er räumte jedoch ein, der Marke Freixenet würde eher ein Schaden moralischer Natur entstehen. Finanzielle Einbußen dagegen gäbe es kaum, weil Freixenet 80% der Gewinne im Ausland erwirtschaften würde.

Trotz seines offenen Vetos gegen eine Abspaltung Kataloniens und seines erklärten  Zugehörigkeitsgefühls zu Spanien erklärte der Präsident eines der erfolgreichsten spanischen Unternehmen jedoch auch: „Katalonien ist für Spanien sehr wichtig, weil die Region mehr als jede andere exportiert.“

Hinsichtlich der Zukunftspläne von Freixenet gab Bonet an, das Unternehmen wolle überall dort in Spanien vertreten sein, wo guter Wein erzeugt werde. Insofern würde die Firma derzeit sowohl in Katalonien als auch in Galicien investieren.

Käme es doch irgendwann zur Abspaltung Kataloniens, werde sich Freixenet anpassen, erklärte Bonet diplomatisch.




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