Franco-Schloss muss Tore für Besucher öffnen


Vier Tage im Monat darf das Pazo de Meirás-Anwesen, ehemals Sommerresidenz des Diktators, besichtigt werden

„Ich nehme dieses Geschenk gerne an, aber nur, weil es sich um eine Schenkung meiner geliebten Landsleute handelt.“ Mit diesen Worten nahm Spaniens Diktator Francisco Franco im Rahmen einer pompösen Zeremonie am 5. Dezember 1938 das Pazo de Meirás-Anwesen mit dazugehörigem Schloss in der zu A Coruña gehörenden galicischen Gemeinde Sada in Besitz.

A Coruña – Mitten im Bürgerkrieg war es ihm von franquistischen Institutionen und Unternehmern „im Namen des Volkes von A Coruña“ geschenkt worden. Seit dem Zeitpunkt diente es der Familie Franco als Sommerresidenz und ging nach dem Tod des Diktators in den Besitz seiner Erben über.

Seit weit über einem Jahr wurde nun gerichtlich dafür gekämpft, dieses Gut, das aus dem Staatsvermögen in den Privatbesitz des Generalísimo übergegangen war, für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Dabei forderte das galicische Kulturressort nicht einmal die Rückgabe des Schlosses, sondern lediglich, dieses als „Gut von kulturellem Interesse“ deklarierte historische Denkmal für Besucher zugänglich zu machen. Francos Erben wollten dies jedoch mit allen Mitteln verhindern. Ein Gericht hat nun entschieden, dass das sechs Hektar große Anwesen vier Tage pro Monat für Besucher geöffnet werden muss.




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